Sind Kunstrasen eine Krebsfalle? Viele spielen auf Sondermüll

Kunstrasenplätze könnten einen krebserregenden Inhaltsstoff enthalten. Auch hierzulande gibt es Fussballplätze mit solchem Rasen.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Zahlen Sie es bloss nicht in Raten! Wucherzins fürs GA
2 Heute steht Hassan Kikos Gefängniswärterin vor Gericht «Magdici hat...
3 Nummernschild-Auktion Wallis will mit «VS 1» Kohle machen

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
2 Kommentare
Fehler
Melden

Eine grüne Rasenfläche, 22 Spieler und ein Ball. Fussball ist der Volkssport schlechthin. Doch die Spielfreude wird gerade etwas getrübt: Etliche Kunstrasenplätze könnten einen krebserregenden Inhaltsstoff enthalten. Betroffen sind Produkte, denen ein schwarzes Granulat beigemengt ist, das aus alten Pneus hergestellt wird. In Holland hat man bereits reagiert und 30 Amateur-Fussballspiele abgesagt (BLICK berichtete).

Auch in der Schweiz gibt es einige Kunstrasenplätze mit diesem schwarzen Granulat. Beispielsweise beim FC Seuzach im Zürcher Weinland. Eine Million Franken kostete die Anschaffung im Jahr 2009. «Das war damals das neuste Modell auf dem Markt», sagt Vereinspräsident Matthias Aeppli (50). «Wir sind davon aus­gegangen, dass der Rasen absolut in Ordnung ist, schliesslich wurde er ja von der Uefa abgenommen.»

Die Seuzacher warten nun ab, zu welchem Ergebnis der Schweizer Fussballverband kommt. «Erst wenn wir sicher sind, dass der ­Rasen gesundheitsgefährdend sein kann, werden wir handeln», sagt Aeppli. Die Beschaffung eines neuen Kunstrasens ist natürlich auch eine Kostenfrage.

Beim FC des kleinen Dorfs Wiesendangen bei Winterthur ZH wollte der Leiter Infrastruktur keine Auskunft über den Rasen geben. Er legte das Telefon auf, als BLICK diesbezüglich Fragen stellen wollte.

Doch warum gibt es in der Schweiz überhaupt so viele Kunstrasen mit schwarzem Granulat? Andreas Tischhauser, Sportbelag-Verantwortlicher des Schweizer Kunstrasen-Herstellers Tisca Tiara: «Oft ist es eine Kostenfrage. In der Anschaffung ist ein solcher Rasen im Vergleich zu anderen bis zu
einem Drittel günstiger.»

Häufig wird laut Tischhauser beim Kauf aber übersehen, wie teuer am Ende der Unterhalt und besonders die Entsorgung kommen. Der Billig-Rasen gilt als Sondermüll.

Publiziert am 13.10.2016 | Aktualisiert am 14.10.2016
teilen
teilen
0 shares
2 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

2 Kommentare
  • Der Laib  Christi CR7 aus Thun
    13.10.2016
    Jeder der in einem kleinen Verein Fussball spielt, weiss genau wie schön es für den Verein ist, wenn ein Kunstrasen vorhanden ist. Logisch merkt jeder Hobbyfussballer den Unterschied zwischen einem Top Kunstrasen (z.b, wie in der Arena Thun) und einem alten, abgetrampelten Modell. Vielmals sind billig Kunsträsen nach wenigen Jahren fast wie ein "roter Platz" und bei jedem Hinfallen sind schwere Schürf und Verbrennungswunden die logische Folge. Was ist nun besser? Kein Kunstrasen oder was?
  • Geri  Eisele , via Facebook 13.10.2016
    Zahlen tut ja der Steuerzahler. Richtig wäre Uefa und den Fussballverband zur Kasse bitten