Die vielen Beschimpfungen lassen ihn kalt Simon Kuhn: «Ylenias Mutter will mich treffen»

  • Publiziert: 18.09.2007, Aktualisiert: 20.01.2012
  • von Lukas Füglister

WINTERTHUR ZH – Simon Kuhn (28) – am Samstag findet er die tote Ylenia. Jetzt wird er beschimpft und beleidigt.

Zwei Wochen seiner Ferien hat Simon Kuhn aufgewendet, um Ylenia zu suchen. Er hat sich minutiös vorbereitet, kaufte Wanderkarten und sammelte die Fakten. Immer wieder durchstreifte er die Wälder, wo Ylenias Entführer gemäss Zeugenaussagen mit seinem weissen Kastenwagen gesehen worden war. Tagelang.

Am Samstag fand der Winterthurer Informatiker Ylenia. Vergraben im Hartmannswald. Dort wo schon Dutzende von Polizisten nach Ylenia gesucht haben. Und nichts fanden.

Als Dank wird Kuhn jetzt massiv beschimpft. Den ganzen Tag erhält er SMS und Mails. «Die Anschuldigungen sind zum Teil massiv», sagt Kuhn. «Die Leute schreiben mir alles mögliche. Ich hätte das nur wegen des Geldes gemacht und sei mediengeil. Oder sie schreiben mir, ich hätte selber etwas mit Ylenias Tod zu tun.»

So richtig über die Beschimpfungen aufregen mag sich Kuhn nicht. «Ich habe ein Stück weit mit solchen Reaktionen gerechnet.» Die meisten SMS erhält er anonym. Schon kurz nach Ende der Einvernahme durch die St. Galler Kantonspolizei am Samstag ging es los. «Das waren Anschuldigungen auf tiefem Stammtischniveau.»

Zu diesem Zeitpunkt war sein Name öffentlich noch unbekannt. Er geht deshalb davon aus, dass auch Leute darunter waren, die ihn kennen.

Gestern sprach Kuhn mit Ylenias Mutter. «Ich habe 20 Minuten mit ihr telefoniert. Sie bedankte sich für mein Engagement.» Auch habe sie ihm grünes Licht gegeben für weitere Medienauftritte. Kuhn hat ein längeres Gespräch mir Ylenias Mutter verabredet. «Sie möchte mich treffen.»

Unter den vielen Reaktionen waren auch ein paar positive. «Ich erwarte aber gar keinen Dank. Lieber wäre mir, wenn ich mit meinem Handeln ein paar Leute zu Zivilcourage und aktivem Eingreifen ermuntern könnte.»

Seit gestern ist klar: Kuhn erhält 21500 Franken als Belohnung. Das bestätigt die Kapo Appenzell Innerrhoden. Das Geld haben Private und der Kanton für Hinweise ausgesetzt, die zum Auffinden von Ylenia führen.

Kuhn wird die Belohnung annehmen: «Ylenias Mutter sagte mir, ich solle das Geld behalten.» Was er damit machen wird, weiss er noch nicht: «Ich hatte noch keine Zeit, mir das zu überlegen.»

Kuhn hofft jetzt, dass wieder Ruhe um seine Person eintritt. Und auch um Ylenia: «Auch für Ylenias Mutter.»

Vreni von Aesch: Gewehr im Hühnerstall

BENIMANTELL (Spanien) – Vreni von Aesch: Jetzt hat sie plötzlich ein Gewehr gefunden. Im Hühnerstall.

Wie und wann die Waffe in den Hühnerverschlag kam, ist nicht bekannt. Der Verschlag war, wie auch das Haus der von Aeschs, am 10. August von der Guardia Civil durchsucht worden (im BLICK).

Vreni von Aesch hat die spanische Polizei und offenbar auch die Kapo St. Gallen über den Fund informiert. Unklar ist, ob das Jagdgewehr ihrem Mann gehörte. Urs Hans von Aesch (66†) hatte sich am 31. Juli mit einer selbstgebauten Waffe im Billwilerwald getötet.

Von der Pistole, mit der er nur Stunden vorher im nahen Hartmannswald einen 46-Jährigen angeschossen hatte, fehlt nach wie vor jede Spur. Die spanische Polizei soll in den nächsten Tagen das Gewehr bei Vreni von Aesch abholen.

Paola Pitton, Andreas Klinger

Top 3

1 Drei Tote im Kandertal Heli touchierte Drahtseilbullet
2 BLICK zitiert den Luzerner Staatsanwalt «Die kaltblütigste IV-Betrügerin!»bullet
3 Die niedergeschossene Spar-Filialleiterin «Es ist ein Wunder, dass...bullet

Schweiz