Sie wollte unter Wasser sterben Yvonne G. stirbt bei Tauchgang im Thunersee

BIEL - BE - Yvonne G. und ihr Sohn Daniel waren ein eingespieltes Team. Doch der gemeinsame Tauchgang im Thunersee endete für die 73-Jährige tödlich. Der einzige Trost: Sie wollte unter Wasser sterben.

Das Höhlentauchen war ihre grösste Leidenschaft. play

Das Höhlentauchen war ihre grösste Leidenschaft.

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Für das Tauchen, ihr grosses Hobby, reiste Grosi Yvonne G.* aus Biel BE seit zwanzig Jahren um die Welt – nach Mexiko, nach Kuba, nach Ägypten. Doch den Tod findet sie keine 100 Kilometer von zu Hause: In 80 Meter Tiefe, im Thunersee bei Sund­lauenen. 

Das Unfassbare geschieht, als Yvonne G. zusammen mit ihrem Sohn Daniel G.* letzten Sonntag die Bättrichhöhle erkundet. Mutter und Sohn sind ein eingespieltes Tauchteam. Doch an diesem Morgen ist die Sicht schlecht. Die beiden verlieren sich in den engen, unterirdischen Höhlengängen aus den Augen. Daniel G. taucht auf, schlägt Alarm. Die herbeigerufenen Helfer können die 73-Jährige nur noch tot bergen.

Unglücksursache unklar

Die Welt der Unterwasserhöhlen übte auf Yvonne G. eine besondere Anziehung aus. Noch vor einem Monat sagte sie in ­einem Interview mit dem Bieler Radio Canal 3: «In Grotten zählt vor allem die Landschaft, überall sind Felsen, in allen Formen. Man folgt einem Faden durch die Gänge und lässt sich von der Strömung tragen.»

Yvonne G.s Markenzeichen ist der «Sidemount»: eine an der Seite montierte Sauerstoffflasche, wie sie fürs Höhlentauchen besonders geeignet ist. Weshalb die erfahrene Taucherin in der Bättrichhöhle den Tod fand, ist noch unklar. Yvonne G. führte über 16 Jahre in Biel und Neuenburg einen Tauch­laden und erkundete zwei mal wöchentlich mit ihrem eigens gegründeten Tauchclub die Unterwasserwelt des Bielersees.

Schwieriges Tauchgebiet

Doch ihre grosse Erfahrung und die hervorragende Ausrüstung nützten diesmal nichts. Die Bättrichhöhle gilt europaweit als eines der schwierigen Tauchgebiete. In dieser Tiefe braucht es Dekompressionsstopps. Enge Passagen erschweren den Durchgang. Steile Auf- und Abstiege und die schlechte Sicht erfordern viel taucherisches Können. 

Für Yvonne G.s Familie ist ihr Tod schwer zu akzeptieren. Doch eines gibt den Angehörigen Trost. «Meine Mutter sagte immer, sie wolle lieber unter Wasser sterben als im Altersheim oder in einem Spitalbett. Trotzdem hinterlässt sie eine grosse Leere», schreibt ihr Sohn Daniel G. «Ich werde die Luftblasen meiner Mutter auf meinen Tauchgängen vermissen.

Publiziert am 21.10.2012 | Aktualisiert am 21.10.2012
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3 Kommentare
  • Peter  Fuchs , via Facebook 21.10.2012
    Ein tragischer Tod. Aber Ihr Wunsch war es unter Wasser zu Sterben.
    War es wirklich ein Unfall???
    Herzliches Beileid der Familie
  • Peter  Bauer aus Zug
    21.10.2012
    Grossen Respekt vor der Frau, die in diesem Alter noch begeisterungsfähig und unternehmenslustig war. Ihr Unfalltod ist sehr tragisch - ein Trost mag sein, dass sie
  • beatrice  eggmann 21.10.2012
    Es soll der ganzen Familie ein grosser Trost sein in dieser schweren Zeit,das dieser letzte Wunsch der Mutter in Erfüllung ging.Für Sohn D. sicherlich ein Schock, aber vielleicht ist seiner Mutter vieles erspart geblieben, was nicht voraussehbar war.