Sie treiben Bauern in den Wahnsinn Jetzt gehts den Krähen an den Kragen

Um die erheblichen Schäden an den Gemüsefeldern zu reduzieren, will der Kanton Aargau den Bestand der Rabenkrähe stark reduzieren.

Rabenkrähe steht im Wasser play

Der Bestand der Rabenkrähe soll im Aargau reduziert werden.

Reinhard Hölzl

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Sie reissen Setz- und Keimlinge aus, picken erntereifes Gemüse an, beschädigen Folien und Vliese oder verkoten Anbauflächen. Schwarmkrähen richten aufgrund ihrer Anzahl schnell immense Schäden an. Deshalb soll die Zahl der gefrässigen und schlauen Rabenkrähen um Birmenstorf und ums Murimoos im Kanton Aargau stark verkleinert werden. 

Mit Lockvogelattrappen und Krähenfallen wollen die Behörden in Absprache mit Umweltverbänden die erheblichen Schäden an den Gemüsefeldern reduzieren. 

300'000 Franken Schaden

Wegen den Rabenkrähen seien massive Ernteverluste oder sogar Totalausfälle einer Kultur zu beklagen, heisst es beim kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU). Die Aargauer Gemüseproduzenten schätzten ihre Ertragsverluste durch Krähenschäden allein in der Saison 2015 auf fast rund 300'000 Franken.

Im Gegensatz zu Wildschweinschäden werden Krähenschäden jedoch nicht vergütet. Gegen Rabenkrähen sind Selbsthilfemassnahmen zulässig. In diesem Fall besteht kein Anspruch auf eine Schadenabgeltung.

Der Kanton will jetzt Gegensteuer geben. In Absprache mit den Organisationen BirdLife und ProNatura sollen in einem Pilotprojekt im März Rabenkrähenschwärme um Birmenstorf und ums Murimoos stark verkleinert werden. Dabei kommen spezielle Lockvogelattrappen und Krähenfallen zum Einsatz.

Planung mit Tierschützern

«Wir waren bei der Planung der Massnahmen dabei und haben die Sicht des Vogelschutzes eingebracht», sagt Katrin Hochuli von BirdLife Aargau gegenüber BLICK. Rabenkrähen dürfen gejagt werden, «das passiert alles im Rahmen der Gesetze». 

«Wir haben aber den Jägern erklärt, wie sie die Raben- von der Saatkrähe oder der Dohle unterscheiden können, damit sie nicht versehentlich die falschen Vögel jagen», sagt Hochuli.

Menschlichen Jägern fällt das Erlegen von Krähen allerdings schwer, denn die sozialen und äusserst lernfähigen Vögel warnen sich gegenseitig vor Gefahren. Brutpaare sorgen für regen Nachwuchs, der sich vorerst in Jungvögelschwärmen bis zu dutzenden oder gar hunderten von Tieren zusammenfindet.

Immer weniger natürliche Feinde

Im Fokus stünden ausschliesslich nicht brütende Rabenkrähenschwärme, die auf schadengefährdeten landwirtschaftlichen Kulturen ganzjährig jagdbar seien. Parallel zur Bestandsregulierung will der Kanton mit den Gemüseproduzenten Massnahmen zur Reduktion ständig zugänglicher Futterquellen suchen. Auf diese Weise solle sichergestellt werden, dass die Reduktion des Rabenkrähenbestands nachhaltig wirke.

Die Rabenkrähe hat als Allesfresser eine wichtige ökologische Funktion. Die Bestände haben sich dadurch in den letzten Jahren rasant vermehrt. Natürliche Feinde wie Uhu, Habicht oder Falke sind selten geworden und verlieren in der Kulturlandschaft, die wenig Deckung bietet, ihre natürlichen Vorteile. (SDA/jvd) 

Publiziert am 03.03.2016 | Aktualisiert am 08.04.2016
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20 Kommentare
  • Rolf  Hess 04.03.2016
    Bayer, BASF und bei uns vor allem Syngenta dürfen jedoch ihre Umweltgifte Neonikotinoide, die zu Millionen Bienen verrecken lassen, mit dem Segen der Politiker weiter verkaufen. Die EU wollte diese Gifte verbieten, jedoch haben diese 3 Milliardenkonzerne die Europäische Kommission deswegen verklagt. Ohne Bienen muss sich dereinst einmal Niemand mehr um die Natur und den Naturschutz kümmern. Damit macht sich die Menschheit selber kaputt.
  • Dieter  Neth aus Trimbach
    03.03.2016
    Es stimmt, tatsächlich. Hier bei uns in Trimbach übernachten Hunderte von Krähen, welche tagsüber natürlich auf den Feldern zu sehen sind. es werden ständig mehr. Diese Vögel fressen übrigens auch Eier und Junge der kleineren Singvögel, aber an deren Rückgang sind ja die Katzen schuld. Vielleicht sollte man herausfinden, was es braucht, damit sich Habichte, Uhus und Falken wieder ansiedeln, statt auf die Rabenjagd zu gehen. Die Viecher kann man ja nicht mal essen.
  • René  Hotz , via Facebook 03.03.2016
    Da müsste man ja alle Beamten auch umbringen die machen auch Schäden in Milliardenhöhe- und trotzdem lassen wir sie leben. Warum also die Krähen ermorden- ihr Schlaumeier. Hände weg von diesem intelligenten Vogel!
  • Ernst  Streuli 03.03.2016
    Es nervt!
    Immer mehr Leute in der überbevölkerten Schweiz. Dafür müssen die intelligenten Vögel daran glauben.
    Sie stören mich, im Gegensatz zum überheblichen Menschen, nicht!
  • August  Sommerhalder aus Amriswil
    03.03.2016
    Die Schäden von rd. 300000 Franken sind als bescheiden zu taxieren. Die Direktzahlungen und Subventionen fallen stärker ins Gewicht.