Hunderte auf den Strassen Sie kämpfen für Menschenrechte und Minarette

  • Aktualisiert am 09.01.2012

ZÜRICH – Das Minarett-Verbot erhitzt die Gemüter und teilt die Schweiz in zwei Lager. Viele nutzen den Tag der Menschenrechte, um auf die Strasse zu gehen und zu demonstrieren.

Der internationale Tag der Menschenrechte in der Schweiz ist von zwei Themen dominiert worden. Tausende bekundeten heute ihre Solidarität mit den Libyen-Geiseln und anderen, in der ganzen Welt zu Unrecht Inhaftierten. Gleichzeitig gab es Kundgebungen gegen das Minarett-Verbot.

Gegen Minarett-Initiative und für Menschenrechte

Für den frühen Abend kündigten verschiedene Organisatoren unter anderem in Altdorf, Zürich, Luzern, Bern und St. Gallen Mahnwachen an. Beim Bürkliplatz in Zürich nahmen rund 200 Personen an einer Kundgebung für mehr Toleranz und mehr Respekt vor den Menschenrechten in der Schweiz teil.

Gemäss Organisator Henry Both ging es nach dem Volksentscheid für ein Minarett-Verbot auch darum, «ein Zeichen der Solidarität mit Minderheiten, vor allem mit der muslimischen Bevölkerung» ins Ausland zu senden. Die Kundgebung wurde von den Parteien SP, Grüne und CVP sowie diversen Nichtregierungsorganisationen unterstützt.

In Bern gingen ebenfalls gegen 200 Personen auf den Waisenhausplatz. Organisator Simon Enzler sagte, nach dem Minarett- Verbot herrsche in der Schweiz eine Stimmung, die Grund gebe, sich Sorgen um die Menschenrechte zu machen.

Der internationale Tag der Menschenrechte sei eine gute Möglichkeit, ein Zeichen gegen das Minarett-Verbot zu setzen, sagte Daniel Graf, Sprecher von Amnesty International Schweiz.

Denn die Demokratie dürfe nicht gegen die Menschenrechte ausgespielt werden, fordert Graf. Den Demonstrierenden gehe es darum, sich für die Menschenrechte stark zu machen.

Solidarität für Libyen-Geiseln

Ebenfalls eine grosse Solidaritätswelle schlug den beiden in Libyen festgehaltenen Schweizer Geschäftsleuten entgegen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International Schweiz konnte Tausende zu Solidaritätsbekundungen mobilisieren.

Zudem hätten Max Göldi und Rachid Hamdani über den Nachrichtendienst Twitter mehr als 4500 persönliche Grussbotschaften erhalten. Weiter sind über 50000 Solidaritätspostkarten im Umlauf, wie der Amnesty-Sprecher sagte. Und 25000 Karten seien bereits auf dem Weg nach Tripolis. (SDA/s5j)

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