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Der offenherzige Sexualkunde-Unterricht, wie er gerade an Schweizer Volksschulen Einzug hält, erhitzt die Gemüter.
Streit hat unter anderem ein Sex-Koffer ausgelöst – mit Plüschvaginas und Holzpenissen. Der soll an Basler Schulen demnächst als Aufklärungshilfe dienen.
Eltern gegen Aufklärung in der Schule
Eltern, Lehrer und Politiker laufen Sturm gegen die staatlich verordnete Aufklärungs-Offensive, die bis 2014 das ganze Land erfassen soll.
Einer von ihnen ist der Basler SVP-Grossrat Sebastian Frehner. Er hat letzte Woche eine Interpellation an die Basler Regierung eingereicht und fragt unter anderem, ob Aufklärung im Kindergartenalter nicht eher Sache der Eltern sei.
Am Montag will der Luzerner CVP-Nationalrat Pius Segmüller im Parlament in Bern einen Vorstoss einreichen. Für den ehemaligen Kommandanten der Schweizer Garde geht diese Art von Unterricht zu weit. Er fordert, dass auf die «Befindlichkeit der Religionen» Rücksicht genommen werde.
SVP-Schlüer will freiwilligen Sexualkunde-Unterricht
Nationalrat Ulrich Schlüer (SVP, ZH) plant eine Petition, die er mit mehreren Elternorganisationen bei den kantonalen Bildungsdirektoren deponieren will. Ihr Ziel: Aufklärungsunterricht soll künftig freiwillig sein.
Den Bürgerlichen ist auch das Buch «Lisa & Jan» aus dem Beltz Verlag ein Dorn im Auge. Da geht es derb zur Sache. Vom «vögeln, bumsen, Geschlechtsverkehr, ficken» ist die Rede und davon, dass «Pimmel und Möse ineinander gesteckt werden können». Die Stiftung Kinderschutz Schweiz empfiehlt das Buch, das an vielen Schulen im Einsatz ist, ab fünf Jahren.
Sexualpädagogen wehren sich
Auf der anderen Seite greifen jetzt die Sexualpädagogen in den Streit ein. Ihre Erziehung fordere niemanden zu sexuellen Handlungen auf, wie immer wieder suggeriert werde. «Hingegen bestärkt und begleitet Sexualerziehung Kinder und Jugendliche behutsam und altersadäquat auf dem Weg zu einer erwachsenen Geschlechtsidentität», liess der Dachverband der Fachstellen für sexuelle Gesundheit und Sexualpädagogik letzte Woche verlauten.