Selbstmörder war Urs Hans Von Aesch: Polizei verhörte seine Frau!

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OBERBÜREN SG – Ylenia (5) ist noch nicht gefunden wurden. Doch mittlerweile ist der Namen des Selbstmörders bekannt: Es ist Urs Hans Von Aesch. Und: Die Polizei verhörte seine Frau im spanischen Benidorm!

Noch immer durchstreifen Dutzende Polizeibeamte den Raum Oberbüren, wo gestern Gegenstände der vermissten Ylenia gefunden wurden. Doch bisher gibt es keine weiteren Hinweise auf den Verbleib der Fünfjährigen.

Dafür gab die Kantonspolizei St. Gallen den Namen des Selbstmörders bekannt, der am 1. August im Billwilerald tot aufgefunden wurde!

Er heisst Urs Hans Von Aesch und lebt seit 1990 mit seiner Frau in der Nähe des katalanischen Badeorts Benidorm. Laut Recherchen von «heute» hat er sich am Samstag bei einem Freund mit den Worten verabschiedet: «Ich fahre zu einer Familienfeier in die Schweiz.»

Die St. Galler Polizei bestätigt diese Version. «Urs Hans Von Aesch wurde auf dem Appenzeller Kronberg in Begleitung von Personen – vermutlich Bekannten – gesehen. Er ist weiterhin unsere heisse Spur», sagt Kapo-Sprecher Hans Eggenberger. Offenbar habe er sich auch für die Anmiete oder den Kauf von Wohnungen oder Häusern interessiert, so die Polizei. Sie rief die Liegenschaftsbesitzer der Region am Freitagabend auf, ihre Räumlichkeiten, Scheunen und Hütten abzusuchen.

Mittlerweile ist auch Interpol eingeschaltet. Per Rechtshilfegesuch an Spanien ordnete die Polizei eine Hausdurchsuchung am spanischen Wohnort der von Aeschs an.

Eine Villa im malerischen Dorf Benimantell nahe des katalanischen Badeorts Benidorm: Hier wohnte der 67-jährige Urs Hans Von Aesch. Der Mann, der am Dienstag im Wald bei Oberbüren einen Mann anschoss und sich später selbst richtete, gilt als Hauptverdächtiger im Entführungsfall von Ylenia Lenhard.

Von Aesch zog mit seiner Frau im Jahr 1990 aus dem Thurgau nach Spanien. «heute» rief bei Von Aeschs an: «Ich habe keine Ahnung, was genau in der Schweiz passiert ist. Die Polizei hat mich noch nicht genau informiert. Ich möchte deshalb keinen weiteren Kommentar dazu geben», sagte eine anwesende Frau.

Bei der Suche nach Ylenia wurde nun auch die Soko Rebecca eingeschaltet, die nationale Zentralstelle für die Fahndung nach vermissten Kindern. Die von der Berner Kantonspolizei geleitete Zentralstelle setzt auf operativer Ebene einen Sachbearbeiter zur Informationsbeschaffung und -auswertung ein.

Verwendet wird auch die in Kanada entwickelte Datenbank ViCLAS (Violent Crime Linkage Analysis System). Damit können bei Sexual- und Tötungsdelikten sowie bei Vermissten etwa das Tatortverhalten und das Tatvorgehen eines Täters analysiert werden. Das Einschalten der Soko bedeute nicht, dass diese sofort zusammentrete und direkt ermittle, betonte die Berner Polizei. Allerdings herrsche derzeit höchste Alarmstufe. (snx/AP)

Polizei sucht Zeugen

Die Polizei bittet deshalb die Bevölkerung dringend um Hinweise. Insbesondere interessieren folgende Fragen:Wo wurde von Aesch in den vergangenen Tagen und Wochen gesehen? Mit wem? Ganz speziell interessiert der Dienstag, 31.07.2007. Wo ist der weisse Renault Traffic Kastenwagen mit den spanischen Kennzeichen aufgefallen? Hier interessiert ganz besonders die Zeitspanne von Dienstag, 31. Juli 2007, 9:00 – 19:30 Uhr.Wo ist Von Aesch als potentieller Mieter von Räumen aufgetreten und wo ist er ein Miet- oder Kaufverhältnis eingegangen? Entsprechende Hinweise sind erbeten an das Polizeikommando St. Gallen, Telefon 071 229 49 49 oder an das Polizeikommando Appenzell, Telefon 071 788 97 00.

Zusammenhänge

Urs Hans von Aesch hatte sich mit einem Kopfschuss das Leben genommen. Am vergangenen Dienstag schoss er mutmasslich einem 46-jährigen Schweizer, der im Bürerwald ein Nickerchen machen wollte, eine Kugel in die Brust; der 46-Jährige überlebte schwer verletzt.Die Polizei geht davon aus, dass zwischen dem Verschwinden von Ylenia, dem mysteriösen Tötungsversuch und dem Selbstmord von Urs Hans von Aesch ein Zusammenhang besteht, weil in Oberbüren der Rucksack, der Velohelm und das Kickboard des Mädchens gefunden wurden. (SDA)

Tausende Vermisste in der Schweiz

BERN – Jährlich werden in der Schweiz mehrere tausend Menschen, darunter auch Minderjährige, als vermisst gemeldet – mehrheitlich aber auch wieder gefunden. Die Zahl der Vermisstmeldungen nahm seit 2003 stetig zu, wie die Kriminalstatistik des Bundes zeigt. Letztes Jahr wurden 5039 Menschen als vermisst gemeldet, 2780 Personen waren männlichen, 2259 weiblichen Geschlechts. Darunter befanden sich 1539 Minderjährige. 4832 Vermisste konnten ermittelt werden. Was mit den übrigen geschah, geht aus der Statistik nicht hervor. Die Zahl der ermittelten Personen muss jedoch relativiert werden, da darunter auch Leute sein könnten, die schon im Vorjahr als vermisst gemeldet worden waren. (AP)

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