HILTERFINGEN - Nicht nur in Hilterfingen BE legen Unbekannte Todesfallen auf Bike-Trails. Man kann sich kaum davor schützen, sagt ein Experte.
Unbekannte legen Todesfallen auf Biketrails: Der Fall in Hilterfingen BE ist bei den Blick.ch-Lesern auf riesiges Interesse gestossen. In den Kommentaren berichten mehrere Biker von ähnlichen Fällen an anderen Orten in der Schweiz.
«Auf einer Abfahrt in der Region Basel gibt es im untersten Drittel einen schönen Sprung, ca. zwei Meter runter. Vor zwei Jahren hatte irgend ein netter Zeitgenosse die tolle Idee, einen Baum in die Landung zu legen», schreibt etwa Johan Deuter. «In der Anfahrt siehst du genau nichts - das Resultat waren zwei gebrochene Rippen und eine Gehirnerschütterung.»
Ein anderer Biker berichtet von einem Trail in der Region Schöftland AG. Hier haben Unbekannte Schnüre auf Halshöhe über den Weg gespannt, auch Glasscherben und Nagelbretter würden ausgelegt. Via Twitter berichtet ein weiterer Leser von gespannten Drähten beim Gempen SO.
«Ja, von solchen Fallen habe ich auch schon mehrmals gehört», sagt Olivier Busato, Geschäftsinhaber von der City Cycles AG und Projektleiter beim Bikernetzwerk Trailnet, das sich unter anderem erfolgreich für einen bewilligten Bike-Trail am Gurten in Bern einsetzte.
«Am Gurten streute ein Unbekannter Nägel, seit wir uns mit dem Trail in der Legalisierungsphase befanden», sagt Busato. Der Mann machte auch nach der Bewilligung der Strecke weiter und konnte erst nach Jahren ermittelt werden. Busato erinnert sich auch an einen Fall im Wallis, als sich ein Biker bei einem gespannten Draht schwerste Verletzungen zu zog.
Die Fälle seien zwar selten, auch bestehe in der Biker-Szene keine explizite Angst vor Fallen, dennoch müsse man die Sache ernst nehmen. «Man kann sich kaum auf eine Falle vorbereiten. Bei einem Draht auf Halshöhe bieten selbst Protektoren, Brust-Panzer und Helm keinen ausreichenden Schutz vor lebensgefährlichen Verletzungen.»
Zudem sind die Strecken teilweise sehr lang. «Manche Trails sind mehrere Kilometer lang und überwinden dabei über 1500 Höhenmeter. Da ist es unrealistisch, die Strecke vorher abzulaufen und auf Hindernisse oder Fallen zu überprüfen.»
Woher kommt der Hass auf die Biker, der Menschen dazu bringt, lebensgefährliche Fallen zu legen? In Hilterfingen BE haben Biker unbewilligt Schneisen in den Wald geschlagen und damit Waldbesitzer und Waldgänger verärgert. Die Fallen wurden auf einem illegalen Trail gelegt.
«Mountainbiker gehören zur jüngsten Nutzergruppe im Wald, der Sport ist kaum 30 Jahre alt», sagt Busato. Konflikte mit andern Wald-Benutzern sind kaum zu vermeiden. Zudem vergifteten jene wenigen schwarzen Schafe das Image der Biker-Szene, die illegal durch die Wälder rasen.
Biker sollten den Dialog suchen und den offiziellen Weg gehen, Behörden kontaktieren und mit Waldbesitzern reden. «Am Gurten hatten wir es mit 17 verschiedenen Interessensgruppen zu tun. Doch am Schluss haben wir eine Lösung gefunden, mit der alle Leben konnten.» (rrt)
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