Nef und die Frauen Sein privates Waterloo

  • Publiziert: 19.07.2008, Aktualisiert: 20.01.2012
play Schwerer Gang Roland Nef vor seiner Pressekonferenz am letzten Donnerstag. (Karl-Heinz Hug)

In der Armee steht Roland Nef seinen Mann – im Privaten aber stehen die Zeichen auf Sturm. Ein Blick zurück in sein turbulentes Liebesleben.

Armeechef Roland Nef (49) führt seit Jahren ein bewegtes Liebesleben. Was im offiziellen Lebenslauf des höchsten Schweizer Militärs nicht steht, findet sich in der «Allgemeinen Schweizerischen Militärzeitung». Nef war schon mal verheiratet. Er wohnte mit seiner damaligen Frau in der Nähe von Frauenfeld. Ende 2001 lernt er Lynn S.* (50) kennen. Nef trennt sich von seiner Frau und verkaufte laut Nachbarn das gemeinsam bewohnte Haus.

Streit am Zürichberg
Er zieht 2002 vom Thurgau nach Zürich, wo seine neue Partnerin lebt. Im Oktober 2004 ziehen die beiden zusammen, an den noblen Zürichberg. Das Paar streitet sich oft – es kommt zur Trennung. Lynn S. zieht im Februar 2005 aus der gemeinsamen Wohnung aus. Der zukünftige Armeechef geht bald darauf eine neue Beziehung ein.

Er zieht im Oktober 2005 mit seiner heutigen Frau und deren Tochter (6) zusammen. Seine Ex-Partnerin Lynn S. zeigt ihn im September 2006 wegen Nötigung an. Nef soll seine Ex-Partnerin mit E-Mails, SMS und Telefonterror belästigt haben, als er bereits mit seiner neuen Frau zusammenlebte.

Unbestritten ist, dass nach der Anzeige eine Durchsuchung in Nefs Wohnung und seinem Berner Büro im Verteidigungsdepartement stattfand. Dabei wurde sein Computer beschlagnahmt. Unbestritten ist auch, dass Nef eine Wiedergutmachungszahlung geleistet hat.

Ein Familienmensch
Kurz nach seiner Wahl als neuer Armeechef im Juni 2007 zieht Nef mit seiner neuen Frau und dessen Tochter in ein Mehrfamilienhaus ins Zürcher Unterland.

In mehreren Zeitungsartikeln bezeichnet er sich als Familienmensch und in der «Handelszeitung» liess er Anfang 2008 verlautbaren, dass er ohne regelmässige Sporttätigkeit «daheim leicht unausstehlich» werden könne.

* Name von der Redaktion geändert

Das sagte Armeechef Roland Nef

«Es sind Unregelmässigkeiten passiert in der Vorschlagserteilung künftiger Generalstabsoffiziere. Das hat für mich ganz hohe Priorität und da gibt es für mich nur noch den Weg, dass man für das die Verantwortung übernimmt. Die Verantwortung besteht darin, dass man zurücktritt.»

Armeechef Roland Nef bei der Entlassung von Luftwaffenchef Walter Knutti, 20. Juni 2008

«Man schiesst auf mich, zielt auf den Bundesrat und vergiftet die Brunnen unserer staatlichen Institutionen, aber meine Damen und Herren, man trifft vor allem meine Familie und Freunde. Und jetzt reichts.»

Armeechef Roland Nef an der Pressekonferenz über die Kritik an seiner eigenen, zweifelhaften Beförderung, 17. Juli 2008

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