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Er warnte als einer der Ersten vor der Boni-Gier. Doch lange hörte niemand auf den Schaffhauser Unternehmer Thomas Minder (48). Die 100000 Unterschriften für seine Initiative «gegen Abzockerei» musste der Besitzer der Mundwasserfirma Trybol ohne Hilfe von Parteien sammeln. Auch wenn es um den riskanten Kurs der UBS ging, gehörte Aktionär Minder zu den frühen Kritikern. Doch seine warnenden Worte an Generalversammlungen verhallten wirkungslos.
Nach der letzten GV im November habe er schon geglaubt, die UBS-Führung habe den Ernst der Lage begriffen, berichtet Minder. Verwaltungsratspräsident Peter Kurer habe sogar das direkte Gespräch mit Kritikern gesucht. «Heute korrigiere ich meine Einschätzung: Der Zwanziger ist noch nicht gefallen.» In der akutellen Bonidiskussion habe die UBS wegen ihrer «desolaten Kommunikation» wieder Vertrauen verloren.
Am kommenden Dienstag präsentiert die UBS ihre Zahlen für das Geschäftsjahr 2008, das die Bank mit einem geschätzten Verlust von 20 Milliarden Franken abschliessen wird. Minder ist überzeugt, dass jetzt nur noch harte Massnahmen helfen. Im Gespräch mit SonntagsBlick nestelt er plötzlich in der Brusttasche seines Hemdes und kramt ein Papier hervor. «Ich habe einen 10-Punkte-Plan aufgeschrieben, sagt er, «alles unter dem Titel: Die UBS muss aktiv Vertrauen zurückgewinnen, damit nicht noch mehr Kunden abwandern» (siehe Box).
Herr Minder, wie schätzen Sie die Lage der UBS heute ein?
Thomas Minder: Nach wie vor schwierig. Ich wäre gar nicht überrascht, wenn sie nochmals Staatshilfe beanspruchen würde. Deshalb sollte sie jetzt selber versuchen, noch weiteres Eigenkapital aufzutreiben.
Finanzminister Hans-Rudolf Merz sagte doch, es gebe bei der UBS Anzeichen der Besserung.
Das glaubt niemand. Einem Politiker – auch einem Bundesrat – kann man in dieser Phase nicht trauen.
Hat der Bundesrat einen guten Rettungsplan verhandelt?
Einfach formuliert: Ein kapitalistisches System zu haben, bedeutet Geben und Nehmen. Und wenn der Bund etwas gibt, muss er auch etwas nehmen. Was hat der Bund bekommen?
Auf Ihre Initiative hat der Bundesrat aber reagiert und im Dezember einen Gegenvorschlag präsentiert.
Der Gegenvorschlag genügt nicht. Das neoliberale Gedankengut herrscht in Bern noch immer vor. Der Bundesrat hat von 24 Forderungen nur eine übernommen. Das ist eine Provokation.
Die Vorlage ist beim Parlament. Hoffen Sie auf Änderungen?
Ich war vor gut einer Woche in der Rechtskommission des Ständerats an einer Anhörung. Doch vorwärts ging es nicht. Die Kommission hat noch nicht mal über meine Initiative abgestimmt.