ZÜRICH – Zwei von drei Schweizern sorgen sich um Arbeitslosigkeit. Das zeigt das Credit-Suisse-Sorgenbarometer. Gleichzeitig geniesst die Politik höheres Vertrauen – trotz Krise und diplomatischen Wirrungen.
Arbeitslosigkeit ist laut dem CS-Sorgenbarometer mit Abstand die grösste Sorge und Schweizer. Sie sorgen sich auch um die Wirtschaftsentwicklung. Das Vertrauen in die politischen und wirtschaftlichen Akteure ist aber solid.Die Credit Suisse (CS) liess für ihre Sorgenbarometer-Umfrage 2009 im Spätsommer vom GfS-Forschungsinstitut
Bern über 1000 Stimmberechtigte in allen Landesteilen befragen. Dabei zeigten sich 66 Prozent der Befragten besorgt über die Arbeitslosigkeit. Ein sprunghafter Anstieg um 13 Prozentpunkte im Vergleich zu 2008. Damals waren es noch 53 Prozent.Mit je 36 Prozent belegen das Gesundheitswesen und die Altersvorsorge den zweiten Rang im Sorgenbarometer. Auf je rund 30 Prozent ist die Sorge um die soziale Sicherheit, die Wirtschafts- und die Finanzkrise gestiegen.Weiter belegen die Persönliche Sicherheit, Ausländer, neue Armut und Flüchtlinge die ersten 10 Plätze im Sorgenbarometer.Gegenüber 2008 stark gesunken ist die Angst vor der Inflation, und auch beim Thema Bankkundengeheimnis/Steuerstreit zeigten sich nur wenige Befragte besorgt.Politik geniesst VertrauenTrotz politisch unruhigem Jahr hat das Vertrauen in die Politik nicht gelitten. Im Gegenteil: Der
Nationalrat geniesst bei 64 Prozent persönliches Vertrauen der Befragten. Das sind 17 Prozentpunkte mehr. Auch der
Bundesrat (56 Prozent, + 3 Punkte) und der
Ständerat (53 Prozent, + 4 Punkte) überzeugen mehr als die Hälfte der Bevölkerung.Am meisten Vertrauen geniessen erstmals in der Geschichte des Sorgenbarometers gewisse Medien. Fernsehen und Radio (72 bzw. 70 Prozent) haben die traditionellen Spitzenreiter
Bundesgericht und
Polizei (je 66 Prozent) an der Spitze abgelöst. Mitspielen dürfte hierbei, dass in der Sorgenbarometer-Umfrage das Vertrauen in die Medien erst seit 2008 differenziert erhoben wird (zuvor unter dem eher negativ besetzten Sammelbegriff «Massenmedien»). (ent/SDA) Sorge Rang 2009 Rang 2008 Arbeitslosigkeit 1 (66 %) 1 (53 %) Gesundheitswesen 2 (36 %) 2 (40 %) Altersvorsorge 2 (36 %) 3 (39 %) Soziale Sicherheit 4 (31 %) 10 (20 %) Finanzkrise* 5 (29 %) - Wirtschaftskrise 6 (27 %) 14 (17 %) Persönliche Sicherheit 7 (25 %) 7 (27 %) Ausländer 8 (23 %) 8 (24 %) Neue Armut 9 (22 %) 6 (28 %) Flüchtlinge 10 (17 %) 5 (30 %) Umweltschutz 11 (17 %) 9 (20 %) Inflation 12 (14 %) 4 (32 %)