Schweizer Spione-Krieg: Groteske Pläne

  • Aktualisiert am 03.01.2012
  • Von beat kraushaar und henry habegger

BERN – Die Satirezeitschrift «Mad» («Verrückt») ist ein müdes Heftli dagegen. Der Krieg unter den Schweizer Schlapphüten wird immer absurder.

Schweizer Geheimdienste ausser Rand und Band. Für Treffen jetten die Agenten des Ausland-Geheimdienstes auf Spesen ins Ausland – aus Angst, vom Inland-Geheimdienst daheim ausspioniert zu werden.

Doch es kommt noch dicker. Jetzt wird bekannt: Der Inland-Geheimdienst wollte Ende 2005 Moschee-Spion Claude Covassi (37) nach Syrien schicken.

Covassi zu BLICK: «Ich sollte dort von Irak-Kämpfern Testamente mit dem Briefkopf des Genfer Islamzentrums organisieren. Diese Briefe sollte ich dann unbemerkt in der Genfer Moschee deponieren, um damit den Leiter der Moschee, Hani Ramadan, mit Terroristen in Verbindung zu bringen.»

Eine solche Aktion ist in doppelter Hinsicht illegal. Der Inland-Geheimdienst darf keine «Agents provocateurs» im Ausland einsetzen. Und schon gar nicht irgendjemandem gefälschte Beweise unterjubeln. Moschee-Spion Covassi: «Weil man mich Anfang 2005 schon einmal illegalerweise nach Syrien schickte, suchte der Inland-Geheimdienst diesmal nach einem legalen Weg.»

Wie er das bewerkstelligen wollte, ist skandalös. Covassi: «Um nicht die dafür zuständigen Kollegen vom Ausland-Geheimdienst informieren zu müssen, wollte man diese austricksen. Man schlug mir allen Ernstes vor, als legale Tarnung für den französischen Geheimdienst DGSE nach Syrien zu reisen.»

Covassi lehnte das Ansinnen ab. «Dieser Vorschlag kommt einem Verrat an der Schweiz gleich. Damit hätte der französische Geheimdienst sensible strategische Informationen über die Schweiz und das interne Geheimdienst-Sicherheitsdispositiv erhalten», sagt Covassi.

Illegale Aktion: Claude Covassi in Syrien.

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