Schweizer Juden gegen Minarett-Initiaive

  • Aktualisiert am 13.01.2012

ZÜRICH – Wichtiger als ein Verbot des Minarett-Baus finden zwei jüdische Dachorganisationen die Wachsamkeit gegenüber Inhalten, die in Gotteshäusern vermittelt werden.

Die Initiative verstosse gegen die Religionsfreiheit und gefährde den Religionsfrieden, schreiben die beiden Dachverbände – der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) und die Plattform der Liberalen Juden in der Schweiz (PLJS).

Die von der Verfassung garantierte freie Ausübung des Glaubens gebe unter anderem den Glaubensgemeinschaften das Recht, im Rahmen der geltenden Baugesetze ihre Gotteshäuser zu errichten. Ein Verbot von Minaretten würde dieses Recht aushebeln – zu Lasten einer Glaubensgemeinschaft.

Augenmerk auf Gedankengut

Entscheidender für ein friedliches Zusammenleben der Religionsgemeinschaften in der Schweiz sei ohnehin, was in den Kirchen, Moscheen und Synagogen vermittelt werde. Es gelte, dort wachsam zu sein, «wo gegen unseren Rechtsstaat verstossendes Gedankengut verbreitet wird».

Statt äusserlich sichtbare Symbole zu bekämpfen wäre, es zudem sinnvoller, den interreligiösen Dialog und das Verständnis für andere Religionen zu fördern, so die beiden Dachverbände. (SDA)

SVP-Mann Ulrich Schlüer liefert die gesammelten Unterschriften für die Minarett-Initiative im Bundeshaus ab.- Keystone

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