Schweizer «gügeln» weniger als auch schon

  • Aktualisiert am 03.01.2012

BERN – In der Schweiz ist der Konsum von Spirituosen im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. Immer populärer werden aber Wodka und die Marke «Eigenbrand».

Wodka ist in, aber Cognac ist out: Das ist eins der zentralen Ergebnisse aus dem Brennjahr 2004/05. In der Sprache der Statistik: Wodka-Importe plus 22 Prozent, Einfuhr von Cognac minus 39 Prozent. Eine gesicherte Erkenntnis zu dieser Entwicklung hat die Eidgenössische Alkoholverwaltung (EAV), Bern, aber nicht.

Positiv zum ersten:
«Zentral aus unserer Sicht ist, dass der Gesamtkonsum seit 2002 zurückgeht», sagte Serge Meyer von der EAV gegenüber Blick Online. «Und dies trotz der Einheitssteuer seit 1999.»

Diese Steuer verbilligt die Importe, und die stiegen deswegen spontan an – aber zum Glück eben nur bis 2002.

Positiv zum zweiten:
Der anhaltende Rückgang beim Konsum von so genannten Alcopops führte dazu, dass sich auch deren Importmenge erneut massiv – um 46 Prozent – verringerte.

Negativ zum ersten:
Im internationalen Vergleich gilt der Konsum von Alkohol in der Schweiz trotz rückläufigem Trend bei den Alcopops und der neuen 0,5-Promille-Grenze im Strassenverkehr als hoch. Im Vergleich zum Jahr 1998, als der WTO-konforme Einheitssteuersatz für inländische und importierte Produkte eingeführt wurde, lag er im letzten Jahr um rund 14 Prozent höher.

Negativ zum zweiten:
Als besonders gefährlich beurteilt die EAV ein Konsummuster, das sich auch in der jüngsten Vergangenheit weiter ausgebreitet habe: Das Rauschtrinken bei Jugendlichen.

Brennjahr 2004/05 in Zahlen

Der Pro-Kopf-Konsum von Spirituosen zu 40 Volumenprozenten lag im vergangenen Jahr bei 3,8 Litern. Das ist ein Deziliter weniger als noch im Vorjahr. Über drei Viertel der in der Schweiz konsumierten Spirituosen stammten aus dem Ausland, die inländische Produktion von Kernobstbrand ging hingegen im Vergleich zum Vorjahr um rund einen Drittel zurück. Die gesamte Inlandproduktion von Kernobst- und Spezialitätenbrand sank um 0,2 Prozent auf 22656 Hektoliter reinen Alkohol.

Schweizer lieben ihren Eigenbrand

Der Trend zur Marke «Eigenbrand» hielt im vergangenen Jahr weiter an. Inzwischen sind bei der Alkoholverwaltung nicht weniger als rund 129000 Privatpersonen registriert, die ihre eigenen Spirituosen bei einem Lohnbrenner brennen lassen. Die Zahl der landwirtschaftlichen und gewerblichen Produzenten in der Schweiz ist hingegen seit vielen Jahren rückläufig.

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