Schweizer Gefängnisse: Drei Viertel der Insassen sind Ausländer

BERN/ZÜRICH - Neuste Zahlen des Bundesamtes für Statistik zeigen: Ein Grossteil der Insassen in Schweizer Gefängnissen sind Ausländer, viele von ihnen Kriminaltouristen.

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74,3 Prozent der 7072 erwachsenen Gefangenen, die am Stichtag 4. September in Schweizer Gefängnissen und Vollzugsanstalten einsassen, waren Ausländer. Ein Grossteil davon waren Kriminaltouristen, wie der Zürcher Justizdirektor Martin Graf (Grüne) heute sagte.

Graf verwies dabei auf die Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BfS). Demnach waren mit 1115 Inhaftierten über die Hälfte der 2104 Untersuchungshäftlinge Ausländer mit Wohnsitz im Ausland oder unbekannter Herkunft.

Nur 432 Personen in U-Haft waren Ausländer mit Wohnsitz in der Schweiz, weitere 168 waren Asylsuchende. In U-Haft sassen am Stichtag ausserdem 389 Schweizer.

Sonderfall Genf

Aus der Statistik sticht vor allem der Grenzkanton Genf hervor. Dort sind über drei Viertel der Untersuchungshäftlinge mutmassliche Kriminaltouristen, Kriminelle also, die ausserhalb der Schweiz wohnen. Am Stichtag figurieren unter der Rubrik «mit Wohnsitz in Ausland/Unbekannt» 385 Insassen.

Angesichts solcher Zahlen gelte es die Anzahl zu den kriminellen Ausländern in Schweizer Gefängnissen zu relativieren, sagte Graf der Nachrichtenagentur SDA.

Ganz anderes sieht dies die SVP, die der Politik in einem Communiqué Versagen vorwarf, und vom Bundesrat verlangte, endlich die vom Volk angenommene Ausschaffungsinitiative umzusetzen.

Abschiebung keine Lösung

Zum Thema Ausländer in Schweizer Gefängnissen sagte wiederum der Präsident der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD), Hans-Jürg Käser, es sei «eine Illusion zu glauben, dass man die Gefängnisse leeren kann, indem man alle Ausländer in ihre Heimatländer abschiebt, damit sie dort ihre Haftstrafe absitzen».

Nur mit der EU gebe es solche Verträge. Dafür seien gleiche Rechtsstandards nötig. Sonst laufe man Gefahr, dass wie im Falle des St. Galler Lehrermörder Ded Gecaj, ein Verurteilter in seiner Heimat vorzeitig freigelassen werde oder aber im Gegenteil, dass Gefangenen Folter oder Tod drohe. (bau/SDA)

Publiziert am 27.01.2014 | Aktualisiert am 27.01.2014
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7 Kommentare
  • Gino  Fazzone 28.01.2014
    Und ich dachte es sind Feriengäste ?!!!???!!!¨¨
    Seit Ihr Blind ich bin Ausländer und nicht von der SVP .
    Aber es braucht weder ein HSG oder Polizeischilabschluss um dieser TATSACHE ins Auge zu sehen ! Es wird noch schlimmer davon bin ich überzeugt .
  • Paul  Stutz-Romer aus Stäfa
    28.01.2014
    Die Schweizer-Gefängnisse sind überfüllt jetzt können wir Schweizer ja kriminell werden man kann uns mangels freier Zellen nicht einsperren schön was
  • Jürg  Frei , via Facebook 28.01.2014
    Ich glaube die Androhung dass man eventuell Abgeschoben wird wuerde abschreckend wirken......die tollen Gefaengnisse in der CH jedoch weniger.
  • Alfred  Gerber aus Goldingen
    27.01.2014
    Grenzkontrollen müssen wieder her. Was sonst. Heute kommt man ungehindert rein und verschwindet mit der geklauten Ware genau so wieder.
  • Beat  Fahrni 27.01.2014
    Nichts neues, war ja schon lange bekannt. Nur dass leider niemand dagegen unternimmt.....