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Appenzellermischling Blässy ist nur ein Fall von vielen: Er ist im Tierheim gelandet – als Opfer der Wirtschaftskrise.
Passanten fanden den Hund in Therwil BL. «Obwohl er ein lieber, charmanter Hund ist, hat sich nie jemand nach ihm erkundigt», sagt Tierheimleiterin Beatrice Kirn (51). Und er trug auch keinen Chip, mit dem man seinen Halter hätte finden können. Kirn ist sicher: Blässy wurde Opfer der Wirtschaftskrise.
«Zurzeit geben viele ihre Tiere aus finanziellen Gründen bei uns ab.» Die einen müssen aufgrund von Arbeitslosigkeit umziehen, andere bringen schlicht das Geld für Futter und Pflege nicht mehr auf. Ein Tier koste bis zu 1700 Franken pro Jahr – ohne Tierarzt, so Kirn. «Und beim Haustier wird eben oft als Erstes gespart.» Viele wissen nicht: Tierschutzvereine helfen in finanzielle Not geratenen Tierhaltern – etwa mit Futterspenden.
Doch nicht nur in Basel füllt die Krise die Tierheime. Im Aargau werde «bald jedes dritte Tier» wegen finanzieller Probleme abgegeben, berichtet die dortige Tierheimleiterin Conny Scherer (31). Geldsorgen seien heute der Hauptgrund, warum Tiere im Heim landen, so Kirn und Scherer.
Wie stark der finanzielle Druck oft ist, merkt Kirn auch an einem anderen Phänomen: «Manche geben an, ihr Tier bei uns als Pensionsgast für ein paar Wochen unterbringen zu wollen, und holen es dann nie ab.» Sie sparen sich so den Unkostenbeitrag von ein paar Hundert Franken, den sie bezahlen müssten, wenn sie ihr Tier offiziell abgeben würden.
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Beatrice Kirn: «Beim Haustier wird eben oft als Erstes gespart.» (Stefan Bohrer)