Schweizer essen Hundefutter

  • Aktualisiert am 19.01.2012
  • Von Martin Messmer
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Die Krise zwingt Schweizer, statt Fleisch Tiernahrung zu essen.

Jennifer Aniston und Owen Wilson haben es getan. Sie assen Hundefutter. Bei «Wetten dass..?», zur Belustigung des Publikums. Beide verzogen vor Ekel das Gesicht. Weniger lustig ist die neue Studie der Beratungsfirma Boston Consulting Schweiz. Die Resultate zeigen: In der gegenwärtigen Krise steigt der Absatz bei Tiernahrung. Grund ist nicht etwa die Tierliebe der Schweizer. «Die Menschen steigen selber auf Tierkost um, wegen ihrer knappen Budgets», sagte Elmar Wiederin heute gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Besonders beliebt scheint Hundefutter – hier steigen die Umsätze markant.

Nicht giftig, aber ungesund
Hundefutter auf dem Teller mag eklig sein, schädlich für Menschen ist es nicht, teilt Migros auf Anfrage von «Blick am Abend» mit.

«Wir testen unser Hundefutter natürlich nur an Hunden, nicht an Menschen. Aber in unserem Hundefutter hat es sicher nichts Giftiges, denn was einem Hund schaden würde, wäre auch für einen Menschen schädlich», sagt Migros-Sprecherin Martina Bosshard.

Hundefutter tut Menschen aber dennoch nicht gut, sagt Ernährungsberaterin Andrea Schmid (siehe Nachgefragt). In der Krise sind günstige Lebensmittel beliebt. Gemäss Studie steigt etwa der Absatz von Fertigsuppen – ebenfalls als Ersatzprodukt, um das Portemonnaie zu schonen.

«Ich finde das bedenklich»

Nachgefragt bei Andrea Schmid (27), dipl. Ernährungsberaterin HF.

Ist Hundefutter schädlich für Menschen?
Nein, schädlich ist es nicht. Aber: Ich würde Hundefutter nicht essen. In diesem sind ja oft nicht gerade die besten Fleischstücke verarbeitet, um es mal vorsichtig zu sagen. Ich finde es sogar bedenklich, wenn Menschen Hundefutter essen. Denn dieses ist für Hunde zusammengestellt und nicht für Menschen.

Welche Folgen hat es denn, wenn sich jemand über längere Zeit von Hundefutter ernährt?
Auf jeden Fall ist das eine sehr einseitige, ungesunde Ernährung.

Wie ernährt man sich gesund und günstig?
Indem man die Aktionen in den Läden studiert. Und: Die Billiglinien haben durchaus auch gesunde Produkte im Angebot. Eine weitere Möglichkeit ist, kurz vor Ladenschluss einzukaufen. Dann sind viele Frischprodukte verbilligt. Zudem sollte man nie mit Hunger einkaufen und immer einen Einkaufszettel anfertigen. Bei einem gesunden Essen sollte der Teller zur Hälfte aus Gemüse, zu einem Viertel aus Kohlenhydraten und zu einem Viertel aus Eiweiss bestehen. (mm)
Billiges Fleisch: Die Krise beeinflusst den Absatz von Hundefutter.- Keystone

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