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Immer mehr Katholiken in der Schweiz haben genug vom Papst. (Reuters)
«Diesmal wird es schlimmer», sagt Guido Saxer, Synodalverwalter der Landeskirche Luzern. Und zieht den Vergleich mit früheren Krisen um den Papst. Den jüngsten Entscheid des Papstes verstehe nun wirklich niemand. Unverständlich seien nicht nur die antisemitischen Äusserungen von Bischof Richard Williamson, den Papst Benedikt XVI. jetzt rehabilierte. Problematisch sei die Haltung der gesamten Pius-Bruderschaft, deren Mitglied Williamson sei (siehe Box).
Daher dürften sich viele Gläubige von der Kirche abwenden.
Gleich tönt es aus Zürich. Der Sprecher der römisch-katholischen Landeskirche, Aschi Rutz, sagt es so: «Das ist wohl der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.» Viele Leute wollen sich über das Vorgehen bei einem Austritt informieren. «Kommt normalerweise eine Anfrage pro Woche, sind es zurzeit drei bis vier pro Tag», so Rutz.
Dass es an der Basis brodelt, spüren offenbar auch die Schweizer Bischöfe. So hatte der St. Galler Bischof Markus Büchel gestern in einem offenen Brief die Bruderschaft St. Pius X. und die zögerliche Haltung des Papstes kritisiert.
Noch heute will sich Kurt Koch, Bischof des Bistums Basel, ebenfalls mit einem offenen Brief an die Gläubigen wenden, sagte Walter Müller, Sprecher der Schweizerischen Bischofskonferenz. Der Brief werde ähnlich kritisch ausfallen wie jener von Bischof Büchel. (SDA/snx)