Max Nötzli, Präsident der Importeure, schlägt wegen CO2-Abgabe Alarm «Schweiz wird Hochpreisland für Autos»

  • Publiziert: 15.09.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Urs Bärtschi, Simon Spengler und Raoul Schwinnen

Schocknachricht für Schweizer Autofahrer. Bundesrat Moritz Leuenberger plant eine Strafsteuer, die den Preis für ein neues Auto um mehrere Tausend Franken erhöht.

Max Nötzli, Präsident auto-schweiz (Vereinigung der Schweizer Automobil-Importeure) schlägt Alarm: «Setzt sich der Plan von Moritz Leuenberger zur Revision des CO2-Gesetzes durch, wird die Schweiz ab 2015 zum Hochpreisland für Autokäufer. Es drohen Strafsteuern von bis zu 50000 Franken.» auto-schweiz hat berechnet, dass zum Beispiel ein Range Rover Sport auf einen Schlag um 34335 Franken teurer würde, ein Aufschlag von über 31 Prozent.

Aber nicht nur Offroader oder Luxusschlitten wären von Energieminister Leuenbergers neuem Bussenkatalog betroffen. Selbst familienfreundliche Autos wie der beliebte Kompaktvan Opel Zafira würde dann rund 13530 Franken bzw. fast 40 Prozent mehr kosten!

Leuenbergers Idee basiert auf der ab 2015 gültigen europäischen Verordnung, die den durchschnittlichen CO2-Ausstoss der EU-Neuwagenflotte von 130 g/km vorschreibt. Nur sind die von Leuenberger vorgesehenen Strafen bei Nichteinhalten massiv höher als in der EU: In der EU werden ab dem vierten Gramm CO2 zu viel 95 Euro/g fällig (ca. 150 Franken). In der Schweiz sollen es pro Gramm über dem Grenzwert 285 Franken werden!

Leuenberger will mit diesen harten Strafen wohl die grossen Offroader abstrafen, trifft aber alle Käufer von Allrad-Autos. Und die meistgekauften Modelle sind hier normale Personenwagen und kommen von Audi, Skoda, Subaru und VW. Beim Bundesamt für Energie heisst es dazu lapidar: «Die Fahrer von Allrad-Autos sind doch nur zum geringsten Teil Bergbauern.»

Leuenbergers CO2-Strafsteuer trifft aber nicht nur die Reichen und die Käufer von 4x4-Autos: Das preiswerte Familienauto Dacia Logan 1.6 Kombi kostet heute 16700 Franken und emittiert 178 g/km CO2. Mit diesem Emissionswert würde im Jahr 2015 eine Busse von 16665 Franken fällig! Das bedeutet: Der Dacia müsste in sechs Jahren zum doppelt so hohen Preis wie heute angeboten werden. Geht man davon aus, dass Dacia dank technischen Fortschritts den CO2-Ausstoss bis 2015 jährlich um ehrgeizige drei Prozent senken kann, würde das Billig-Familienauto bei uns immer noch mit 8192 Franken gebüsst: 24892 statt 16700 Franken, also 49 Prozent mehr.

Auch wenn die jährliche CO2-Reduktion von drei Prozent auf andere Automarken angewendet wird, zeichnet sich eine teure Auto-Zukunft ab: So werden die Fahrzeuge der drei in der Schweiz am meisten gekauften Marken klar teurer. Bei VW beträgt der Aufschlag im Schnitt 2000 Franken, bei Audi 3600 Franken und bei Opel 3700 Franken. Andere trifft es noch härter: Bei Allradpionier Subaru werden zusätzlich 7000, bei Mercedes im Schnitt 8800 und bei Saab gar 10800 Franken fällig.

Am härtesten trifft es Käufer von Kleinst- und Nischenprodukten: Ferraris werden im Schnitt um 48000 Franken, Bentleys um 42000 Franken, Porsche um 20000 Franken teurer. Nach Berechnungen von auto-schweiz zahlen die Käufer von neuen Autos so rund 800 Millionen pro Jahr zusätzlich in die Bundeskasse. Vielleicht auch ein Grund für die harten Sanktionen.

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