Schweinegrippe Schweine-Grippe: Viren-Behälter explodiert in Zug

  • Publiziert: 27.04.2009, Aktualisiert: 19.01.2012

LAUSANNE – In einem Intercity-Zug ist gestern Abend bei Lausanne ein Laborbehälter mit Schweinegrippe-Viren explodiert.

Der Intercity-Zug, in dem gestern Abend der Behälter mit Schweinegrippeviren explodiert war, wurde im Bahnhof Lausanne für mehrere Stunden auf ein Abstellgleis gestellt. Der Behälter war für ein Labor in Genf bestimmt.

Die rund 60 Passagiere, die sich im Bahnwagen befanden, wurden für rund eine Stunde abgesondert, bis sich herausstellte, dass das Virus nicht offensiv war. Für die Passagiere und die Anwohner bestand gemäss Polizeiangaben zu keiner Zeit Gefahr.

Laut Laurent Kaiser, Leiter des Genfer Laboratoriums für Virologie, sei das in Lausanne entwichene Virus mit dem derzeit grassierenden Schweinegrippe-Virus nicht identisch.

WHO verschärft Pandemie-Warnung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen der Schweinegrippe eine seit 2005 geltende Alarmphase verschärft. Ab sofort gelte Alarmplan 4 nach der bisherigen 3. Stufe.

Das bedeutet, das ein neues Grippevirus von Tieren auch Menschen infizieren kann und von Mensch zu Mensch übertragen wird. Bei der höchsten Stufe 6 wird von einer weltweiten Ausbreitung des Virus, also von einer Pandemie ausgegangen.

20 Infektionen in den USA

Mindestens 20 Infektionen wurden in den USA offiziell bestätigt, in Kanada sind es 6. In Mexiko raffte die neue Seuche schon 149 Menschen dahin. Und jetzt gibt es den ersten bestätigten Kranken in Spanien. Betroffen ist ein Mann, der vor kurzem von einer Reise aus Mexiko zurückgekehrt war. Zudem überprüfen die spanischen Gesundheitsbehörden neun weitere Schweinegrippe-Verdachtsfälle. Alle Betroffenen hatten sich zuvor in Mexiko aufgehalten.

Ausserdem gibt es weitere Verdachtsfälle in Frankreich, Israel und Neuseeland. Erste Länder wie Polen, Italien und Venezuela sprachen bereits Reisewarnungen für Mexiko aus. In Singapur wurden am internationalen Changi-Flughafen Wärmescanner aufgestellt, die die Temperatur der Passagiere messen.

Flughafen noch untätig

Und die Schweiz? Knotenpunkt ist der Flughafen Zürich. Blick.ch fragte bei der Flughafenbetreiberin Unique nach. Gibt es schon Alarm? Sprecherin Jasmin Bodmer verneint: «Bisher haben wir noch keine Weisung vom BAG erhalten – erst dann reagieren wir». So könnten Passagiere immer noch ungehindert nach Mexiko oder USA fliegen. Jedoch: «Wir haben nur einen Charterflug pro Woche nach Mexiko», sagt Bodmer.

Also noch keine Atemschutzmasken, noch keine Passagiere unter Quarantäne. Bodmer verteidigt das Abwarten des Flughafens: «Das BAG ist kompetent genug um zu erkennen, wann Massnahmen ergriffen werden müssten.» Und diese wären im Fall der Fälle eine grossangelegte Informationskampagne, mit Material vom BAG.

Wie Andrea Kreuzer, Sprecherin der Swiss, gegenüber Blick.ch bestätigt, hat die Fluggesellschaft eine Task-Force eingerichtet. Sie steht mit dem BAG und dem EDA in engem Kontakt. Bei entsprechender Entwicklung würden Massnahmen ergriffen: «Die Crews werden instruiert wie bei einem Fall an Bord reagiert werden müsste», sagt Kreuzer.

Ausserdem könnten in diesem Fall Merkblätter und Atemschutzmasken an Bord verteilt werden. Noch ist in der Schweiz also noch keine Panik ausgebrochen. Oder wie es Unique-Sprecherin Jasmin Bodmer formuliert: «Noch sind wir gelassen.» (num/ent/spj)

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