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Vorwürfe von Links und Rechts an Bundespräsident Hans-Rudolf Merz. (Reuters)
Klartext aus dem Schweizer Parlament an die Adresse von Englands Premierminister Gordon Brown und Co.: Wenn wir das Bankgeheinnis lockern, dürfen eure Steueroasen nicht unangetastet bleiben.
FDP-Fraktionschefin Gabi Huber (UR) forderte «gleiche Rechte für alle, auch für britische Territorien und US-Gliedstaaten». Sie zielte damit auf Kanalinseln wie Jersey oder den US-Staat Delaware, welche ausländischen Bankkunden teils sogar weiter gehenden Schutz bieten als die Schweiz. Der Bundesrat müsse die Trockenlegung aller Steueroasen fordern, sagte Susanne Leutenegger Oberholzer (SP/BL).
Auch die übrigen Fraktionen prangerten die Doppelzüngigkeit an, mit welcher gerade die USA und Grossbritannien die Schweiz unter Druck setzten. Diese Länder predigten Wasser und tränken Wein, sagte Jean-Pierre Grin (SVP/VD).
Festhalten am Bankgeheimnis
Übereinstimmung herrschte im Nationalrat auch darüber, dass das Bankgeheimnis nicht dem Schutz unehrlicher Kunden und ihrer unrechtmässigen Gelder diene. Auch für die vollständige Preisgabe des Bankgeheimnisses durch den automatischen Informationsaustausch brach niemand eine Lanze.
Damit hatte die Einigkeit aber ein Ende: Während die Linke auf eine multilaterale Lösung der Steuerfrage drängte, griff die SVP zum Kriegsvokabular und forderte Strafaktionen.
Hans Fehr (SVP/ZH) blies zum «Gegenangriff», während Hans Kaufmann (SVP/ZH) die Einstellung der Überweisung von Zinsertratssteuern und Kohäsionszahlungen verlangte.
Vorwurf von Links und Rechts: Merz brach ein
Die SVP-Vertreter attackierten zudem den Bundesrat und vor allem Finanzminister Hans-Rudolf Merz und warfen im vor, unter ausländischem Druck eingebrochen zu sein. Den Kniefall musste sich der Bundespräsident auch von anderen Fraktionen vorhalten lassen. Merz habe jahrelang gemauert, um dann panikartig einzulenken, sagte Martin Bäumle (glp/ZH).
Darüber wunderte sich auch die Linke: Hildegard Fässler (SP/SG) bezeichnete es als «unerträglich», dass der Bundesrat immer nur unter Druck gegen unrechtmässige Steuerpraktiken vorgehe. Mit der Marschrichtung aber zeigten sich SP und Grüne nicht unzufrieden.
Globale Lösung
Noch brauche es aber massive Korrekturen an einem System, das in letzter Zeit so offensichtlich versagt habe, sagte Fässler. Die vom Bundesrat angekündigte Neuverhandlung von rund 70 Doppelbesteuerungsabkommen dauere aber zu lange, sagte Leutenegger Oberholzer. Es brauche eine globale Lösung, die mit unsauberen Steuerpraktiken aufräume.
Lob bekam der Bundesrat nur aus der Mitte: Er habe aus der Situation das Beste gemacht, sagte etwa Georges Theiler (FDP/LU). Das Bankgeheimnis bestehe noch, und auch ein teilweiser Verlust sei nicht existenzbedrohend, zeigte sich Norbert Hochreutener (CVP/LU) überzeugt. Auch wenn die Niederlage absehbar gewesen sei, wären voreilige Zugeständnisse verfehlt gewesen. (SDA/gux)
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Der britische Premierminister Gordon Brown reagierte heute auf die Ausweisung seiner Diplomaten aus dem Iran. (AP)