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Wenn ein Mensch aus eigenem Entschluss vom Leben Abschied nimmt, dann ist das eine Tragödie für die Hinterbliebenen. Denn sie verlieren für immer einen geliebten Menschen. Und machen sich Vorwürfe bis an ihr eigenes Lebensende: Weshalb haben wir unserem geliebten Kind, Freund, Verwandten nicht helfen können?
Wenn ein junger Mensch den Sinn im Leben verliert, dann ist das ganz besonders tragisch. Es gibt nichts Schrecklicheres für Eltern, als das eigene Kind zu Grabe zu tragen.
Eine solch unfassbare Tragödie hat sich dieser Tage in der engeren Verwandtschaft der Familie Blocher ereignet. Christoph Blocher, auf der öffentlichen Bühne durch eine hart umkämpfte Bundesratskandidatur gefordert, muss nun auch noch privat harte Zeiten erleben. Kein Wunder, wirkt er in letzter Zeit manchmal unkonzentriert und fahrig.
Sein Neffe Pascal hat sich mit dem Sturmgewehr das Leben genommen, mit der Standardwaffe der Armee. Der brutale Abschied «plagt» Christoph Blocher «sehr». Und er plagt ihn doppelt. Denn Blocher weiss, dass Pascals Tod einmal mehr die Grundsatzfrage aufwirft: Gehören Armeewaffen in die eigenen vier Wände oder ins Zeughaus?
Jeden Tag tötet sich in der Schweiz ein Mensch mit der Schusswaffe. Und jeden zweiten Tag ist es eine Armeewaffe.
Doch Blocher bleibt dabei: Trotz der Tragödie im engsten Umfeld hält er daran fest, dass die Armeewaffe zum Soldaten gehört. Blochers Argument: Wer sich umbringen will, findet immer einen Weg. Das ist nach wissenschaftlicher Erkenntnis nicht die ganze Wahrheit: Je weniger Waffen verfügbar sind, umso niedriger liegt die Suizidrate.
Jeder Suizid ist einer zu viel. Wir können nicht jeden verhindern, aber wir könnten jeden etwas erschweren – in einigen Fällen wäre damit viel gewonnen. Vielleicht sogar ein junges Leben.