Schrott: SBB-Chef würde Cisalpino «sofort verkaufen»

  • Aktualisiert am 13.01.2012

BERN – Die alten Cisalpino-Züge sind Pannenschlangen, auf die neuen Modelle wartet die SBB bereits seit zwei Jahren. SBB-Chef Andreas Meyer ist der Geduldsfaden gerissen.

Seit zweieinhalb Jahren wartet die SBB auf die neuen Cisalpino-Züge. Jetzt ist SBB-Chef Andreas Meyer der Geduldsnerv gerissen. In einem Interview mit der «Mittelland Zeitung» sagte er, dass die SBB auf dem Markt nach Alternativen Ausschau hält.

Die Schwierigkeit sei, dass Züge mit Neigetechnik und Zweistromsystem nötig seien, sagte Meyer. Denn die Kompositionen müssten in der Schweiz und in Italien fahren können.

«Wenn wir eine Alternative hätten, würden wir uns sofort überlegen, die Züge dem Lieferanten zurückzugeben», sagte Meyer. Mitte Mai wurde bekannt, dass für die Inbetriebnahme des neuen Cisalpino die letzten Tests laufen. Wann der neue Zug gemäss Fahrplan rollen kann, liess das Unternehmen Cisalpino dennoch offen.

Für die Schweiz besitzt die neue Komposition der französischen Firma Alstom lediglich eine provisorische Betriebsbewilligung. Die Bewilligung für die Neigetechnik fehlt noch. Nach Angaben von Cisalpino von Mitte Mai fährt in Italien das Grundmodell des neuen Zugs seit Dezember – und zwar «ohne Ausfälle».

Meyer äusserte sich auch zu den alten, pannenanfälligen Zügen. Es brauche enorm viel Aufwand, die neun Kompositionen der ersten Generation so weit instand zu setzen, «dass sie in der nötigen Qualität betrieben werden können». «Wenn wir Ersatz für diese Züge hätten und einen Käufer, würde ich sie sofort verkaufen.» (SDA/gux)

SBB-Chef Meyer:«Wir prüfen Alternativen zum Cisalpino».- Keystone

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