Schreiner Sven R. soll der Feuerteufel von Sargans SG sein Seine Frau wusste von nichts

SARGANS SG - Monatelang führte Schreiner Sven R. (34) ein Doppelleben. Nicht einmal die Ehefrau des mutmasslichen Brandstifters will etwas vom Treiben ihres Mannes mitbekommen haben.

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Seit August hielt eine unheimliche Brandserie Sargans SG in Atem. Erst nach dem siebten Feuer erwischte die Polizei am letzten Wochenende den mutmasslichen Feuerteufel Sven R.* (34). Der aus Deutschland stammende Schreiner wohnt mit Ehefrau und Kind in unmittelbarer Nähe der Tatorte. Es war seine Schreinerei, die als Erstes brannte (BLICK berichtete).

Ehefrau glaubt an Unschuld

Trotzdem dauerte es lange, bis die Polizei Sven R. auf die Schliche kam. Der Schreiner spielte die Rolle als verängstigter Anwohner gut. Nicht einmal die eigene Ehefrau will etwas vom Doppelleben ihres Ehemannes mitbekommen haben. Sie kann sich auch nach der Verhaftung nicht vorstellen, dass die Vorwürfe gegen Sven R. wahr sein sollen.

Was dem 34-Jährigen schliesslich zum Verhängnis wurde: Er wurde bei seinem letzten Feuer beobachtet. In der Nacht vor seiner Verhaftung soll der Verdächtige auch den Schuppen von Zauberer Karlheinz Rinner (54) angesteckt haben.

«Er war schon immer ein seltsamer Typ»

Diesem wird nun einiges klar. «Sven war schon immer ein seltsamer Typ», sagt der Zauberer zu BLICK. «Mir ist auch aufgefallen, dass er immer wieder um die Brandherde herumschlich.» Dazu kommt: Der Schreiner hat offenbar finanzielle Probleme, steht laut Auskunftsdiensten in regem Austausch mit Inkassofirmen. «Wohl, um einen Neuanfang zu versuchen, hat er irgendwann den Namen seiner Ehefrau angenommen», sagt Rinner. Der mutmassliche Brandstifter wohne erst seit wenigen Jahren in der Gemeinde.

Die St. Galler Staatsanwaltschaft scheint sicher zu sein, den Richtigen erwischt zu haben. «Der Antrag auf Untersuchungshaft läuft noch», heisst es dort.

* Namen der Redaktion bekannt

Publiziert am 30.11.2016 | Aktualisiert am 30.11.2016
Psychologe Reinhard Felix ZVG

So wird einer zum Brandstifter

Psychiater Reinhard Felix (53) aus Sursee LU erläutert für BLICK die Psyche eines Zündlers.

Das Wichtigste bei solchen Taten ist laut dem Psychologen die Unterscheidung zwischen ­einem Pyromanen und einem Brandstifter. «Ein Pyromane», sagt Reinhard Felix, «hat beim Fackeln beinahe erotische Gefühle». Ein Brandstifter benötige einen Vorsatz.

Der verdächtigte Schreiner hatte finanzielle Probleme. Ein Versicherungsbetrug liegt nahe. Felix sagt: «Brandstifter können durchaus von sich ablenken und sich als Opfer darstellen.»

Trittbrettfahrer

Das hat Sven R. mit einem Eintrag auf Facebook gemacht. Bleibt die Frage nach den weiteren Bränden. «Es gibt die Möglichkeit eines Trittbrettfahrers», sagt Felix. «Für einen ­Pyromanen wäre diese Ausgangslage verführerisch, weitere Brände zu legen.»

Doch egal ob Pyromane oder Brandstifter – Auslöser für ­solche Taten gibt es viele. Das können beispielsweise Finanz- oder Eheprobleme sein. Felix: «Wenn man einen Grund braucht, findet oder erfindet man einen.»

Der Frau von Sven R. könne ­jedenfalls kein Vorwurf gemacht werden. «Am Schluss ist immer die Person mit dem Feuerzeug schuld.» | Sven Forster

* Name der Redaktion bekannt

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9 Kommentare
  • Manfred  Frosch 30.11.2016
    Ich glaube nicht, dass es möglich ist, einen Brandstifter ausfindig zu machen. Es sind doch immer nur Vermutungen. Komische Typen habe ich in meinem Leben schon genug kennengelernt. Wenn das alles Brandstifter wären, würden nicht mehr viele Häuser stehen. Jedes Kind weiß doch; wer das perfekte Verbrechen plant, legt den Tatort anschließend in Schutt und Asche.
  • Hubert  Schoch 30.11.2016
    also ich frage meine Frau immer, bevor ich ein krummes Ding drehe.
    Ihr Rat ist immer sehr nützlich
  • Günter  Kaußen aus Köln
    30.11.2016
    Wie vom Vorkommentator bereits gesagt, gilt bis zum Beweis des Gegenteils die Unschuldsvermutung.

    Ansonsten wird das nicht die erste gut versicherte Schreinerei in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sein, die abbrennt.
  • Marco  Weber 30.11.2016
    Und immer wieder dasselbe ob die Vermutung korrekt ist oder nicht aber plötzlich ist der Verdächtige schon immer ein komischer Typ gewesen und eigentlich hat man ihm eh nie getraut.... und wenn dann ans licht kommt das er unschuldig ist, ist der Schaden bereits angerichtet! Grossen Dank auch den Medien!
  • Adrian  Müller 30.11.2016
    Also bisher sind es Vermutungen auch wenn schon viel zu ihm führt. Jedoch schon seine ganze Familie offenzulegen, obwohl nur ein "soll" und kein "ist" vor dem Brandstifter steht, ist wieder einmal übertrieben. Was ist mit der Unschuldsvermutung?