Schon wieder Pandemie-Panne: Viren-Paket verschwunden

BERN – Auf der ganzen Welt herrscht Alarmstimmung wegen der Schweinegrippe. Und in der Schweiz kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. Jetzt ging auch noch ein Paket mit Viren-Proben verloren.

  • Publiziert: 06.05.2009, Aktualisiert: 13.01.2012
  • Von Georg Nopper
play (Blick.ch/ent)

Der Direktor des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), Thomas Zeltner, plauderte es gestern in der TV-Sendung «Club» aus: Im Zusammenhang mit der Schweinegrippe ist schon wieder eine Panne passiert. Ein Paket mit Viren-Proben vom Kantonsspital St. Gallen ging auf dem Weg in ein Genfer Labor verloren.

Das Kantonsspital St. Gallen bestätigt den Vorfall gegenüber Blick.ch. Und auch die Post hat Kenntnis von der Panne. Dort legt man jedoch Wert darauf, dass der Weg des Pakets im Nachhinein rekonstruiert wurde.

Hin und her zwischen Frauenfeld und Daillens

Die Mitte vergangener Woche aufgegebene Postsendung wurde laut Post-Sprecher Mariano Masserini am Donnerstag im Paketzentrum Frauenfeld manuell behandelt. Die Etikette sei maschinell nicht lesbar gewesen. Am Tag darauf sei das Paket in Daillens im Waadtland abgefertigt worden.

«Dort passierte einem Mitarbeiter ein Fehler», erklärt Masserini. Peinlich: Bei der manuellen Behandlung ist der Absender mit der Adresse verwechselt worden. «Deshalb ging das Paket zurück nach Frauenfeld», so der Post-Sprecher.

Zwar habe man dort den Fehler bemerkt und schickte das Paket sofort zurück in die Westschweiz. Doch dann kam das Wochenende dazwischen. Und das Paket blieb liegen. Erst am Montag wurde das Paket in Daillens sortiert. Und gestern wurde es schliesslich in Genf zugestellt.

«Die Post möchte sich für den Zwischenfall entschuldigen», sagt Masserini. Und betont, dass 98 Prozent der Priority-Pakete und fast 99 Prozent der Economy-Pakete rechtzeitig ankämen.

Nicht der erste Schweinegrippe-Zwischenfall

Das verlorene Paket ist nicht die erste Panne, welche in der Schweiz im Zusammenhang mit der Schweinegrippe passiert. Gerade als die weltweite Ausbreitung der Seuche begann, explodierte in einem Intercity in Lausanne ein Behälter mit Schweinegrippe-Viren. Es habe sich dabei jedoch um ungefährliche Viren gehandelt, beschwichtigte der Leiter des Nationalen Grippezentrums in Genf, Laurent Kaiser.

Zudem entliess das Kantonsspital Baden den Schweinegrippe-Patient Kerry F.* bereits bevor eine Infizierung endgültig ausgeschlossen werden konnte. Später stellte sich heraus, dass der 19-Jährige tatsächlich an der Schweinegrippe erkrankt war. In der Folge mussten zahlreiche zusätzlche Personen, die mit dem Infizierten Kontakt hatten, unter Quarantäne gestellt werden.

*Name der Redaktion bekannt

Verdachtsfälle sinken von 26 auf 19

Die Zahl der Verdachtsfälle von Schweinegrippe in der Schweiz ist zurückgegangen. Heute Mittag lagen dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) 19 Verdachtsmeldungen vor. Gestern Nachmittag waren es noch 26 gewesen. Aktuell betroffen sind Personen aus den Kantonen AG, BE, BL, GE, SG, SO, VD und ZH.

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