«Schneebrett statt Sturz»

  • Publiziert: 23.07.2007, Aktualisiert: 09.01.2012

BADEN – Der Präsident des Schweizer Alpen-Clubs ist überzeugt, dass der tödliche Unfall von sechs Soldaten an der Jungfrau durch ein Schneebrett ausgelöst wurde.

In einem Interview der «Mittelland Zeitung» sagte Frank-Urs Müller: «Ein Sturz von sechs Mann kommt nur durch ein Schneebrett in Frage.» Es sei nicht logisch, dass beide Dreierseilschaften abgestürzt seien. Bei einem Sturz hätte ein Mann höchstens eine Seilschaft mitgezogen.

Deshalb sei die Schneebrett-Theorie wieder aufgekommen, sagte Müller und verwies auf die grossen Schneemengen am Unglückstag.

Der SAC-Präsident kritisierte zugleich die Spezialisten, die bereits Stunden nach dem Unglück vom 12. Juli pfannenfertige Erklärungen geliefert hätten. Es wäre besser, man würde die Untersuchung abwarten und nicht von aussen Druck ausüben.

Allerdings stehe nicht fest, ob je die Wahrheit herausgefunden werde. Denn auch die Wahrheit der Justiz entspreche nicht unbedingt dem, was tatsächlich passiert sei, sagte Müller. Der SAC-Präsident ist am Rottal-Sattel selber einmal fast verunglückt.

Die Militärjustiz hatte auf Grund von Zeugenaussagen erklärt, dass das Schneebrett möglicherweise nicht die Ursache des Unfalls gewesen sei, sondern dass einer der Soldaten ins Rutschen geraten und die anderen mit in die Tiefe gerissen habe. Gesicherte Ergebnisse liegen aber noch nicht vor. (AP)

play Kandidiert im Herbst für den Nationalrat: SAC-Präsident Frank-Urs Müller. (frankursmueller.ch)

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