CVP-Nationalrat fordert Mineralwasser-Verbot! Schnapsidee der CVP

  • Aktualisiert am 14.01.2012

FRIBOURG – Brot und Wasser. Sozusagen das Grundbedürfnis jedes Menschen. Und eines davon will ein CVP-Nationalrat nun verbieten lassen. Was halten Sie davon? Schreiben Sie uns!

Wer Mineralwasser in Flaschen von weit her karrt, belaste die Umwelt stark. Ausserdem sei es zu teuer, teilweise sei es ja bloss «Leitungswasser». Das alles sagt der CVP-Nationalrat Jacques Neirynck. Sein Plan: Ein nationales Verkaufsverbot für Mineralwasser in Flaschen!

An der Herbstsession will er eine Motion einreichen, berichtet die «NZZ am Sonntag». Nur noch auf ärztliches Rezept soll Mineralwasser künftig erhältlich sein.

«Es braucht jetzt strikte Massnahmen, um Energie zu sparen», begründet Neirynck seinen Vorstoss. Für die Abfüllung, den Transport und für die Flasche selber werde zu viel Energie verbraucht. Mag sein. Was jedoch vom CVP-Nationalrat nachgeschoben wird, ist etwas weit hergeholt: «Wenn wir kein neues AKW wollen, dann müssen wir auf das Flaschen-Wasser verzichten.»

Der Waadtländer Nationalrat sagte auch, in manchen Wassern sei bloss Leitungswasser. «Das ist, wie wenn man den Leuten Luft in Dosen verkaufen würde», sagte er der «NZZ am Sonntag».

Da hat er schlicht nicht Recht – in der Schweiz ist nämlich das Mineralwasser gesetzlich verankert. Mehrere Verordnungen halten die hohen Anforderungen an das Mineralwasser exakt fest.

«Gewisse Skepsis»

Pro Kopf konsumieren die Schweizerinnen und Schweiz jährlich rund 120 Liter Mineralwasser. Das ist beinahe doppelt so viel wie vor 20 Jahren. Im gleichen Zeitraum vervierfachten sich die Einfuhren von Mineralwasser; im Ausland abgefüllte Marken beanspruchen inzwischen einen Drittel des Marktes.

Bezeichnend eigentlich nur, was der Generalsekretär der CVP, Reto Nause, zum Vorstoss seines Parteikollegen sagt: es sei eine «gewisse Skepsis angebracht». (num)

Ein bisschen grün reicht nicht

Kommentar
Von Marcel Zulauf, Redaktionsleiter Blick.ch

Mit grünen Ideen lassen sich Wähler finden. Spätestens seit den letzten Wahlen ist dies allen klar. Offenbar auch CVP-Politikern. CVP-Nationalrat Jacques Neirynck (VD) will Mineralwasser verbieten. Aus ökologischen Gründen. Sein Parteikollege Dominique de Bumann (FR) will Plastiksäcke verbieten. Aus ökologischen Gründen. Doch diese Öko-Vorstösse sind durchsichtig. Sie wollen nur dort der Umwelt helfen, wo die Lobby besonders klein ist.

Man könnte Hausbesitzer auffordern, endlich Altbauten zu sanieren. Man könnte bei Neubauten auf Minergie setzen. Es liessen sich Tausende Tonnen Heizöl sparen.

Man könnte SUVs und andere Spritfresser massiv verteuern – oder gar den Import verbieten. Es liessen sich Tausende Liter Benzin sparen.

Aber für solche Massnahmen braucht es Mut, es braucht eine Lobby und man muss wagen, sich als Politiker unpopulär zu machen. Die Jungen Grünen machen es vor. Und ernten ausserhalb des Polit-Establishments viele Sympathien.
Reitet auf grüner Welle: CVP-Nationalrat Jacques Neirynck.- cvp.ch

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Schweiz

Was halten Sie vom geforderten Mineralwasserverbot?»

  • 19% Finde ich gut, man muss heute überall umdenken!
  • 68% Gahts no? Die Idee ist völlig absurd.
  • 12% Mir egal, ich trinke nur Leitungswasser.