Schmid wirft Medien «bösen Willen» vor

  • Publiziert: 03.11.2008, Aktualisiert: 02.01.2012
play Samuel Schmid schreitet auf dem Flughafen von Prishtina eine Swisscoy-Ehrengarde ab. (Keystone)

BERN – Einen Truppenbesuch im Kosovo nutzte der angeschossene Verteidigungsminister zu einer Schelte gegen seine Kritiker in den Schweizer Redaktionen.

Samuel Schmid feuerte heute aus der Ferne eine scharfe Salve ab: Bei einem Besuch bei Swisscoy-Soldaten im Kosovo warf er den «gewissen Schweizer Medien» vor, sie berichteten teilweise «inkompetent – ja sogar mit bösem Willen».

Diese Berichterstattung sei falsch. Die Armee mache einen «Super-Job» in der Schweiz ebenso wie im Kosovo, nahm Schmid im Camp «Casablanca» bei Suva Reka seine Truppen in Schutz.

Welch gute Arbeit die Schweizer Armee im Kosovo leiste, habe ihm soeben KFOR-Kommandant Giuseppe Emilio Gay bestätigt. Der Verteidigungsminister war vor dem Truppenbesuch mit dem italienischen Generalleutnant zusammengetroffen, der die gute Zusammenarbeit mit der Swisscoy gelobt habe.

Derzeit sind 208 Schweizer Soldaten im Kosovo stationiert. Gay bat die Schweiz um mehr Helikopter für die Kosovo-Friedenstruppen (KFOR), der die Swisscoy angehört.

Mehr Schweizer Soldaten brauche es dagegen nicht, erklärte Gay gegenüber Schmid. Was hingegen fehle, seien Helikopter.

Schmid wiederum bedauerte vor den Soldaten erneut, dass das Parlament beim Rüstungsprogramm 2004 den Kauf von zwei Transportflugzeugen abgelehnt habe, welche bei Friedenseinsätzen der Armee gute Dienste leisten könnten.

Er habe jedoch aus dem Parlament jüngst «Signale» erhalten, die auf einen Meinungsumschwung innerhalb der Räte im Bezug auf die Transportflugzeuge deuteten, sagte Schmid weiter. (SDA/hhs)

Swisscoy

Die Schweiz beteiligt sich seit 1999 an der Friedensmission im Kosovo. In diesem Jahr verlängerten National- und Ständerat das Swisscoy-Mandat um weitere drei Jahre bis 2011. Wie lange im Kosovo noch ausländische Soldaten stehen werden, ist offen.

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