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Die Forscher am Genfer Cern legen wieder los. Nachdem sie durch Pannen monatelang lahmgelegt waren, wollen die Wissenschaftler einen Mini-Urknall provozieren.
Oder, wie Kritiker fürchten, den Untergang der Welt herbeiführen.
Geplanter Start des umstrittenen Experiments ist heute Morgen um 7 Uhr. «Sobald der Vorgang eingeleitet wird, dauert es drei Stunden bis die ersten Protonen aufeinandertreffen», sagt Cern-Sprecherin Barbara Warmbein.
Schon seit einer Woche lassen die Forscher der Europäischen Organisation für Kernforschung Teilchen in hoher Geschwindigkeit durch den Large Hadron Collider (LHC) kreisen. «Wenn wir sicher sind, dass alles bereit ist, werden wir die Teilchen miteinander kollidieren lassen», sagt die Sprecherin.
Mit unvorstellbarer Kraft werden dann Protonen durch den 27 Kilometer langen Tunnel geschossen und aufeinanderprallen.
Deutscher Professor warnt vor dem Weltuntergang
Was aus dem Mini-Urknall entsteht, weiss niemand. Die Forscher in Genf erhoffen sich, durch das Experiment die Geburt des Universums entschlüsseln zu können.
Doch Skeptikern schwant Böses. Der Weltuntergang soll eintreten.
Davon ist auch der Chaosforscher und Professor für Biochemie Otto E. Rössler überzeugt. Der Deutsche warnt davor, dass durch die frei gewordene Energie kleine schwarze Löcher entstehen. Die gefrässige Antimaterie würde immer weiter wachsen und schliesslich den Planeten verschlingen.
«Das ist das grösste Verbrechen der Menschheitsgeschichte», klagt der Professor. Der Cern belüge die Öffentlichkeit absichtlich. Nach Rössler steht das Risiko 1:12, dass die Welt untergeht.
«Völlig absurd», sagen die Wissenschaftler in Genf. Doch sind das wirklich nur Hirngespinste von Verschwörungstheoretikern? Cern-Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer gibt zwar zu, dass eventuell «mikroskopische schwarze Löcher» entstehen könnten. Diese würden aber sofort wieder zerfallen.
Falls den Cern-Forschern heute die Provokation eines kleinen Urknalls gelingt und Sie diese Zeilen unversehrt lesen, ist das Experiment vorerst geglückt.
Die Gefahr eines Weltuntergangs wäre aber nur für heute gebannt. Barbara Warmbein vom Cern: «Wenn alles klappt, werden wir für zwei Jahre, rund um die Uhr, die Teilchen kollidieren lassen.»
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Das Cern in Genf. (ZVG)