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Gestern Morgen um 10.30 Uhr trabte Claude Covassi bei der Bundesanwaltschaft BA an. Dann packte er aus – bis spät in die Nacht hinein.
Grund der neunstündigen Befragung: Covassi hat öffentlich wiederholt angegeben, dass er Ramadan im Auftrag des Inlandgeheimdienstes Beweismaterial unterjubeln sollte. Damit wollte man Ramadan in Verbindung mit dem internationalen Terrorismus bringen.
Aufgrund dieser Aussagen hat Hani Ramadan, der Leiter des Genfer Islam-Zentrums, Ende letzten Jahres Strafanzeige gegen unbekannt eingereicht. Faktisch im Visier ist aber der Inlandgeheimdienst im Departement von SVP-Bundesrat Christoph Blocher.
Die Vorwürfe in Ramadans Strafklage wiegen schwer: falsche Anschuldigung, Irreführung der Justiz, Amtsmissbrauch und Urkundenfälschung im Amt.
Jetzt hat Covassi seine Vorwürfe bei der BA wiederholt. «Ich habe detailliert erzählt, wie der Inland-Geheimdienst Ramadan hereinlegen wollte», sagte er nach der Einvernahme, die «sehr positiv» verlaufen sei. «Ich habe den Eindruck, dass die Bundesanwaltschaft die Sache sehr ernst nimmt und gründlich prüft.» Mehr will er dazu nicht sagen.
Pikant: Bevor er als Auskunftsperson auspacken konnte, musste der Ex-Spion vom Amtsgeheimnis entbunden werden. Weil Covassi sowohl für den Inland- wie den Auslandgeheimdienst gearbeitet hatte, musste die BA die Erlaubnis dazu sowohl im Justiz- als auch im Militärdepartement einholen.
Laut BLICK-Informationen versuchte der Inlandgeheimdienst zuerst, Covassi als Irrläufer dazustellen. Als das nicht hinhaute, wählten die Schlapphüte eine andere Strategie: Die Genfer Polizei habe die Aufträge an Covassi zu verantworten, nicht der Geheimdienst.