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Heute Abend fällt im Vorstand der Zürcher SVP der Vorentscheid. Blocher will sich als einziger Kandidat für die Nachfolge von Samuel Schmid aufstellen lassen. Auf Kosten von Leuten wie Regierungsrätin Rita Fuhrer und den Nationalräten Ueli Maurer und Bruno Zuppiger. Am 24. November soll die Zürcher Delegiertenversammlung das Blocher-Solo zuhanden der Bundeshausfraktion absegnen. So hofft Blocher, am 10. Dezember als einziger SVP-Kandidat vor die Bundesversammlung treten zu können.
Stiert Blocher seinen Willen durch, bleibt die SVP weiter vor der Tür des Bundesratszimmers. Denn er ist für die anderen Parteien nicht wählbar.
Aber die grosse Mehrheit der Basis und des Politpersonals der SVP will zurück in den Bundesrat. Auch die SVP-Fraktion in Bern. Sie hat Blocher bereits im September einen Strich durch die Rechnung gemacht und sich geweigert, ihn als Kandidat für die Schmid-Nachfolge vorzumerken. Schmid war damals noch nicht einmal zurückgetreten.
Diese neue Mehrheit der Fraktion gibt sich entschlossen, Blocher ein zweites Mal zu versenken, falls er sich nicht freiwillig zurückzieht. «Wir würden ihn nicht gerne absägen», sagt ein Vertreter dieser neuen und selbstbewussten Mehrheit, der Luzerner Nationalrat Felix Müri. «Das wäre schmerzhaft für ihn und für die SVP. Aber sonst laufen wir ins grösste Chaos hinein.»
Vielen geht es in der SVP wie Müri, der sagt: «Ich verdanke Christoph viel. Ohne ihn wäre ich nie Nationalrat geworden. Aber bei allem, was er für uns getan hat: Jetzt müsste er spüren, dass es so nicht geht, dass es nur noch Zwängerei ist. Er müsste jetzt das Feld freimachen für Ueli Maurer, der ebenfalls viel für die SVP getan hat.»
Tritt Blocher am 27. November in der Bundeshausfraktion an, dürfte die Mehrheit ein Zweierticket beschliessen. So bliebe die Chance auf einen SVP-Bundesrat intakt. Trotz Blocher.
Schickt die SVP ihren Übervater in Rente? Das wäre eine selbstverschuldete Schmach mehr für Blocher.
An Bundesratsanwärtern mangelt es der SVP nicht. Neben den Zürchern sind das etwa Ueli Giezendanner (AG), Caspar Baader (BL), Adrian Amstutz und Hansruedi Wandfluh (beide BE) oder Pirmin Schwander (SZ). Auch Hansjörg Walter (TG) oder Hannes Germann (SH) haben Potenzial.
Blocher könnte noch weiteres SVP-Personal mit in den Abgrund ziehen. Die Parteileitung, die ihm hörig zu sein scheint, manövriert sich bei der SVP-Mehrheit zunehmend ins Abseits. Gerade Toni Brunner, der als Präsident unparteiisch sein sollte, lobbyiert offen für Blocher und öffnet Gräben in der Partei. Das bleibt nicht unbemerkt.
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Passt Christoph Blocher noch ins SVP-Bild der Zukunft? (Illustration: Igor Kravarik)