SBB ziehen Bussen-Knatsch weiter

  • Publiziert: 24.04.2009, Aktualisiert: 14.01.2012

BERN – Ranil Jayanetti hatte ein Billett, sass aber in der falschen Klasse. Für das Bundesamt für Verkehr ist er kein Schwarzfahrer. Die SBB sehen es anders.

«Tamile zwingt SBB in die Knie» titelte BLICK vor drei Wochen. Es war die Geschichte von Ranil Jayanetti (42), der mit einem 2.-Klasse-Billett in der 1. Klasse erwischt wurde. Er musste 80 Franken Selbstkontroll-Zuschlag zahlen – wie ein Schwarzfahrer.

Jayanetti wehrte sich. Ein Passagier mit einem Ticket in der falschen Klasse müsse anders behandelt werden, monierte er. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) gab ihm Recht: Die SBB müssten den Zuschlag in einem solchen Fall individuell festlegen.

Nächster Halt Bundesverwaltungsgericht

Dieser Forderung wollen die SBB nicht entsprechen und reichen eine Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein, wie sie heute mitteilten. Dabei geht es um die Verhinderung der individuelle Festlegung. Eine Abstufung des Zuschlags in Kategorien wird weiterhin geprüft.

Die Bundesbahnen stützen sich «auf die langjährige Praxissprechung der Gericht». Zudem sei der Selbstkontroll-Zuschlag von 80 Franken eine einfache, transparente und bewährte Regelung. Bis auf Weiteres gilt: Wer ohne gültiges Billett in einem Zug mit Selbstkontrolle sündigt, zahlt 80 Franken Busse. (SDA/dip)

play Für Klassenwechsel gebüsst: Ranil Jayanetti sass im falschen Wagen, will aber kein Schwarzfahrer sein. (Marcel Sauder)

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