
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Von Fälschern haben die SBB endgültig genug. Mit den Tickets der neusten Generation soll es schwieriger werden, die Kontrolleure mit einer Fälschung zu täuschen. «Es ist ein Wettlauf, wie beim Doping. Wir setzen alles daran, die Nase vorn zu haben», sagt SBB-Sprecher Roman Marti.
Die neuen Billette sind fast doppelt so gross. «Dank dem standardisierten Layout und der einheitlichen Grösse kann der Kontrolleur Fälschungen besser erkennen», erklärt Marti.
Zusätzlich enthalten alle neuen Billette ein Zeichen, das nur bei UV-Licht sichtbar wird.
Beschrieben werden die neuen Tickets mit einer neuen Drucktechnik. Marti: «Die Schrift wird richtig eingebrannt. Fälschungen werden dadurch erschwert.» Ein einfaches Abkratzen der Schrift beispielsweise sei nicht mehr möglich.
Fälscher gibt es viele. Experten schätzen, dass rund drei Prozent aller SBB-Billette getürkt sind. Bei 306 Millionen Tickets sind das über eine 1 Million gefälschte Fahrscheine.
Die meisten davon – rund 90 Prozent – sind falsche Papierbillette. Die SBB haben dadurch jährlich einen Schaden von mehreren Hunderttausend Franken.
Von Jung bis Alt – jeder kann ein Fälscher sein. «Einige halten einfach ein Billett unter den Kopierapparat und schneiden es mit der Schere aus», erklärt Roman Marti. Es gebe aber auch professionelle Fälscherbanden, die in ganz Europa und im grossen Stil operieren.
Schon Wirkung gezeigt hat das UV-Zeichen bei internationalen und Schalter-Tickets. 2003 – vor der Einführung des UV-Zeichens – wurden 139 gefälschte Billette entdeckt. Ein Jahr später, als die Kontrolleure mit einer speziellen Taschenlampe das UV-Zeichen auf den Billetten prüfen konnten, gingen ihnen 500 Fälscher ins Netz. Letztes Jahr ist die Zahl wieder auf 350 entdeckte falsche Tickets geschrumpft.
Die neuen grossen Billette sind bereits am Schalter und den neuesten Automaten erhältlich.
Nun sollen auch Schritt für Schritt die älteren umgerüstet werden. Das dauert vier bis fünf Jahre. Erst dann wissen die SBB, ob ihre fälschungssicheren Billette auch wirklich etwas bringen.
Marti: «Billette fälschen ist strafbar: Busse und Gerichtskosten belaufen sich schnell auf mehrere Tausend Franken.»