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SBB-Chef: Zusatzhonorar für Schnuppertage?

Der Lohn-Skandal bei den SBB geht weiter. Hat der Chef schon kassiert, bevor er die Stelle antrat? Und wie viel verdient der SBB-Finanzchef?

Von Matthias Pfander und Simon Spengler | Aktualisiert um 11:51 | 01.04.2008
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Der Wirbel um den Lohn des SBB-Chefs ist riesig. Nicht 700´000 Franken, wie ursprünglich angekündigt. Sondern 1,235 Millionen Franken sackte Andreas Meyer (47) ein. Doppelt so viel wie sein Vorgänger Benedikt Weibel.

Ist das nun wirklich alles? Oder steckt noch mehr in der Lohn-Wundertüte?

Es macht den Anschein. Denn Meyer hat offenbar schon vor seinem Amtsantritt Geld bekommen. Meyer absolvierte nämlich in den Monaten vor dem 1. Januar 2007 eine Art «Schnupperlehre», um seine neue Aufgabe bei den SBB schon etwas besser kennenzulernen. Das hat Meyer auch selber in einem Interview angekündigt: «Wie genau und wie viel Zeit ich dafür aufwenden werde, lässt sich noch nicht sagen.»

Dieser Einsatz ist löblich. Und dafür darf man entlöhnt werden. Es stellt sich aber die Frage, wie viel hat er gearbeitet und wie viel hat er dafür verdient. Waren es 100´000 Franken? Oder sogar noch mehr? Im Geschäftsbericht aus dem Jahr 2006 ist davon überhaupt nichts erwähnt!

BLICK konfrontierte gestern die SBB schriftlich mit diesen Fakten. Die Antwort liess lange auf sich warten. Und schliesslich wollten sie den Sachverhalt weder bestätigen noch dementieren. Statt offen zu informieren, spielt der Bundesbetrieb auf Zeit. «Fragen zu den Bezügen von Herrn Meyer werden an der Pressekonferenz vom Mittwoch beantwortet», sagt ein Sprecher. Dann wird in Zürich über das Geschäftsjahr 2007 informiert. Das fragliche «Schnupper»-Honorar betrifft aber das Jahr 2006 – und das ist schon lange abgeschlossen.

Offene Fragen gibt es auch zum Salär von Georg Radon (49), dem neuen Finanzchef von SBB Cargo. Denn auch bei diesem Manager-Einkauf soll gemäss Informationen aus den SBB-Chefetagen wieder ein Spitzengehalt gewährt worden sein: Angeblich verdient er so viel, dass sogar die Saläre der anderen SBB-Kader nochmals angehoben werden mussten, damit Radons Lohn einigermassen im Verhältnis zu jenem der Kollegen steht. Bisher verdienten die im Schnitt 560´000 Franken. Radons Gehalt dürfte deutlich darüber liegen.

Dabei nagt Radon alles andere als am Hungertuch. Der bisherige Finanzchef der SR Technics gehört zu den grossen Profiteuren der Privatisierung dieses ehemaligen Swissair-Betriebs. Jeder Chefmanager strich beim Verkauf an ein arabisches Konsortium einen zweistelligen Millionenbetrag ein. «Mich erstaunt, dass ausgerechnet Radon, der immer das Hohe Lied des Neoliberalismus sang, Finanzchef beim Staatsbetrieb wird», kommentiert der grüne Nationalrat Daniel Vischer. Als Präsident der Sektion Luftfahrt der Gewerkschaft VPOD kennt er Radon bestens.

Die SBB schweigen auch zu Radons Lohn. Die Geheimniskrämerei geht so weit, dass nicht mal der Stellenantritt Radons klar ist: «Ich gehe davon aus, dass ich in den nächsten Monaten bei den SBB anfangen kann», richtet Georg Radon aus.

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Andreas Meyers Lohnpaket

Andreas Meyers Lohn sorgt für Kopfschütteln. (Keystone)
Andreas Meyers Lohn sorgt für Kopfschütteln. (Keystone)

Anfangs wurde Andreas Meyers Salär auf maximal 700´000 Franken beziffert. Inzwischen wissen wir: Das ist nur die halbe Wahrheit.

Grundlohn 500´000 Franken, plus Bonus von 200´000. Hinzu kommen 25´000 für Spesen und 60´000 Franken für die Pensionskasse. Und einmalig für das Jahr 2007: 200´000 Franken Zusatzbonus, weil Meyer wegen des Stellenwechsels am alten Arbeitsort weniger Bonus erhielt. Und dazu noch eine Einlage von 250´000 in die Pensionskasse.
Total: 1,235 Mio. Franken.

Für grosse Verwunderung und Kopfschütteln auch bei Politikern sorgt der Hausdeal, den Meyer mit den SBB abschliessen konnte. Gemäss «10 vor 10» kauften die SBB Meyer die Villa in Deutschland (9 Zimmer, Schwimmbad, Blick ins Grüne, Bild rechts) für 1,2 Millionen Franken ab.

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