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Überraschung unterm Weihnachtsbaum: Der Grüne Bastien Girod (l.) und Ulrich Giezendanner (SVP) kämpfen gemeinsam für die Autobranche.- Peter Gerber
Das hätte vor wenigen Wochen noch niemand für möglich gehalten: dass der Grüne Bastien Girod (27), landesweit bekannt als Schreck aller Offroader-Fans, ausgerechnet mit SVP-Fuhrhalter Ulrich Giezendanner (55) zusammenspannt.
Ihr Plan: Mit einer «Verschrottungspauschale» sollen Besitzer von alten Autos zum Kauf eines neuen animiert werden. Balsam für die Konjunktur, speziell für das krisengeschüttelte Autogewerbe.
Das ist nämlich, auch wenn die Schweiz keine eigenen Autowerke hat, von grosser wirtschaftlicher Bedeutung: 290000 Beschäftigte, 310 grosse und mittelgrosse Zulieferbetriebe für die ausländische Autoindustrie, total 80 Milliarden Umsatz. Die weltweite Autokrise hat also direkten Einfluss auf die Schweiz. Etliche Zulieferer haben bereits Kurzarbeit verordnet.
Der gemeinsame Plan
«Wenns der Autobranche hilft, setze ich mich sogar mit einem Grünen ans Steuer», sagt Giezendanner. Der Grüne revanchiert sich: «Wenns der Umwelt nützt, ist mir auch der SVPler recht.»
So sieht der gemeinsame Grün-grüne und SVP-grüne Plan im Detail aus: Wer ein mindestens 10 Jahre altes Auto – davon gibt es in der Schweiz 1,3 Millionen – durch ein neues ersetzt, erhält 3000 Franken als Anreizfinanzierung.
Bedingung: Er muss ein sauberes Auto kaufen, Effizienzklasse A. Giezendanner will nicht ganz so streng sein: «Klasse B sollte auch drinliegen, damit auch Familien mit Kindern profitieren können, die ein grösseres Auto brauchen.»
Die «Verschrottungspauschale» wäre zeitlich limitiert. Rahmen: etwa zwei Jahre mit Möglichkeit zur Verlängerung.
3 Mrd Konjunkturspritze!
Ziel: Wenn von den 1,3 Millionen alten Schwarten auf Schweizer Strassen 100000 ersetzt würden, brächte das bei einem Durchschnittspreis von 30000 Franken pro Auto eine Konjunkturspritze von 3 Milliarden Franken. Ein Teil davon fliesst allerdings in die Herstellerländer ab. «Aber die machen ja auch Programme, von denen unsere Exportwirtschaft wieder profitiert. Das gleicht sich aus», so das Duo Girod-Giezendanner.
Und wir stehts mit den Kosten? Würden tatsächlich 100000 Autos ersetzt, kostet das den Staat 300 Millionen Franken. Jährlich fliessen 330 Millionen Automobilsteuern in die Bundeskasse: «Das Geld sollte für das Programm gebunden werden. So gäbe es keine Mehrkosten», meint Giezendanner. Für Girod ist auch eine Finanzierung via Mineralölsteuer denkbar: «Wir können uns da sicher auch noch einigen», ist der Grüne zuversichtlich.
Der Deal würde auch der Umwelt viel bringen. Girod: «Neue Autos verbrennen weniger Sprit, stossen viel weniger CO2 aus und sind zudem noch sicherer.»
In der Autobranche stösst die Idee auf Begeisterung. Andreas Burgener, Direktor von AutoSchweiz: «Endlich ein brauchbarer Vorschlag. Viel sinnvoller als das bürokratische und ineffiziente Bonus-Malus-System, an dem das Verkehrsdepartement rumbastelt.»
Was halten Sie von den Plänen von Bastien Girod und Ulrich Giezendanner? Schreiben Sie uns.