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Es gibt teure und es gibt günstige Krankenkassen. Und dies, obwohl alle Kassen in der Grundversicherung genau die gleichen Leistungen anbieten. Das «Produkt» ist also von Kasse zu Kasse 100 Prozent identisch. Dazu kommt: Eine Krankenkasse muss in der Grundversicherung alle aufnehmen – ob alt oder jung, krank oder gesund. So will es das Gesetz.
In der Praxis sieht das allerdings etwas anders aus. Wie die Sendung «Kassensturz» heute aufzeigt: Es wurde versucht sich bei der Billig-Kasse «Sanagate», einer Tochter der «CSS», per Internet anzumelden.
Alte und Kranke werden automatisch aussortiert
Das schockierende Ergebnis: Der Computer von «Sanagate» sortiert nach Alter und Franchise aus. Wer älter als 60 Jahre ist und/ oder eine hohe Franchise anklickt, wird nicht automatisch angenommen. Es poppt ein Fenster auf: «Sich neu zu versichern ist kein einfacher Schritt, deswegen braucht es eine detaillierte Beratung.» Komisch ist nur, dass bei jüngeren Leuten dieses Fenster nicht erscheint – sie werden sofort versichert.
«Kassensturz» fragt bei der «Sanagate» nach: Es sei ihre Pflicht alle zu Versichernden richtig und den Umständen entsprechend aufzuklären. Bei jungen Menschen, die eine niedrige Franchise wählen, scheint dies allerdings nicht so wichtig zu sein. Und «Sanagate ist mit dieser Politik sicherlich nicht das einzige schwarze Schaf unter den Krankenkassen.
BAG schaltet sich ein
Jetzt schaltet sich das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ein. Denn: In der Grundversicherung müssen die Krankenkassen alle Versicherten aufnehmen. «Das Gesetz lässt keine Auslese von Kunden bei der Grundversorgung zu», bestätigt Peter Indra vom BAG. (s5j)