Krankenkassen Skandal!: Sanagate sortiert ab 60 Jahren aus
BERN – Die Prämien steigen und viele Schweizer wollen ihre Krankenkasse wechseln. Doch nicht alle haben die gleichen Chancen aufgenommen zu werden – obwohl das rechtlich gesehen illegal ist.
Aktualisiert um 22:13 | 27.10.2009
Es gibt teure und es gibt günstige Krankenkassen. Und dies, obwohl alle Kassen in der Grundversicherung genau die gleichen Leistungen anbieten. Das «Produkt» ist also von Kasse zu Kasse 100 Prozent identisch. Dazu kommt: Eine Krankenkasse muss in der Grundversicherung alle aufnehmen – ob alt oder jung, krank oder gesund. So will es das Gesetz.
In der Praxis sieht das allerdings etwas anders aus. Wie die Sendung «Kassensturz» heute aufzeigt: Es wurde versucht sich bei der Billig-Kasse «Sanagate», einer Tochter der «CSS», per Internet anzumelden.
Alte und Kranke werden automatisch aussortiert
Das schockierende Ergebnis: Der Computer von «Sanagate» sortiert nach Alter und Franchise aus. Wer älter als 60 Jahre ist und/ oder eine hohe Franchise anklickt, wird nicht automatisch angenommen. Es poppt ein Fenster auf: «Sich neu zu versichern ist kein einfacher Schritt, deswegen braucht es eine detaillierte Beratung.» Komisch ist nur, dass bei jüngeren Leuten dieses Fenster nicht erscheint – sie werden sofort versichert.
«Kassensturz» fragt bei der «Sanagate» nach: Es sei ihre Pflicht alle zu Versichernden richtig und den Umständen entsprechend aufzuklären. Bei jungen Menschen, die eine niedrige Franchise wählen, scheint dies allerdings nicht so wichtig zu sein. Und «Sanagate ist mit dieser Politik sicherlich nicht das einzige schwarze Schaf unter den Krankenkassen.
BAG schaltet sich ein
Jetzt schaltet sich das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ein. Denn: In der Grundversicherung müssen die Krankenkassen alle Versicherten aufnehmen. «Das Gesetz lässt keine Auslese von Kunden bei der Grundversorgung zu», bestätigt Peter Indra vom BAG. (s5j)
In der Praxis sieht das allerdings etwas anders aus. Wie die Sendung «Kassensturz» heute aufzeigt: Es wurde versucht sich bei der Billig-Kasse «Sanagate», einer Tochter der «CSS», per Internet anzumelden.
Alte und Kranke werden automatisch aussortiert
Das schockierende Ergebnis: Der Computer von «Sanagate» sortiert nach Alter und Franchise aus. Wer älter als 60 Jahre ist und/ oder eine hohe Franchise anklickt, wird nicht automatisch angenommen. Es poppt ein Fenster auf: «Sich neu zu versichern ist kein einfacher Schritt, deswegen braucht es eine detaillierte Beratung.» Komisch ist nur, dass bei jüngeren Leuten dieses Fenster nicht erscheint – sie werden sofort versichert.
«Kassensturz» fragt bei der «Sanagate» nach: Es sei ihre Pflicht alle zu Versichernden richtig und den Umständen entsprechend aufzuklären. Bei jungen Menschen, die eine niedrige Franchise wählen, scheint dies allerdings nicht so wichtig zu sein. Und «Sanagate ist mit dieser Politik sicherlich nicht das einzige schwarze Schaf unter den Krankenkassen.
BAG schaltet sich ein
Jetzt schaltet sich das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ein. Denn: In der Grundversicherung müssen die Krankenkassen alle Versicherten aufnehmen. «Das Gesetz lässt keine Auslese von Kunden bei der Grundversorgung zu», bestätigt Peter Indra vom BAG. (s5j)
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Das sagen Blick.ch-Leser
- Werner Rueegg, Thailand - 10:16 | 28.10.2009
- » Für die Grundversicherung braucht es EINE Krankenkasse. Damit sind doch die meisten Probleme gelöst. Wer besser versichert sein will, geht zur privaten Kasse.
- Marcel Kern, Bülach - 09:12 | 28.10.2009
- » Ich war dazumals sehr für die Einheitskasse. Für die exakt gleiche Leistung der Grundversicherung brauchen wir doch nicht 200 verschiedene Krankenkassen, welche, wie man erkennen muss, Wildwuchs betreiben. Die Preise sollten doch bei allen Kassen gleich sein, damit entfiehle der Aufwand für alle die jedes Jahr die Kasse wechseln müssen.
- Rocco Martignoni, St. Gallen - 06:35 | 28.10.2009
- » Der Staat soll toch eingreifen und die krankenkasse vepflichten alle die gleiche Höhe in der Grundverschicherung zu verrechnen.Boem fertig aus.
- Jens Bähler, Bertschikon - 05:23 | 28.10.2009
- » Bei der Helsana ist das auch so! Ich arbeitete einen halben Nachmittag (zur Einführung) in einem Callcenter und musste für die Helsana neue Kunden gewinnen. Ich wurde angewiesen, Leuten die am Telefon älter als 60 klangen, zu sagen, dass ich leider falsch verbunden sei! Kam beim Gespräch heraus, dass die Person eine kronische Krankheit hatte, durfte ich mit ihr keinen Termin vereinbaren!
- peter Schaad, Solothurn - 01:44 | 28.10.2009
- » Der Konkurenzkampf der Krankenkassen wird immer verrückter. Ich empfehle auf die seriösen Kassen zu setzen, die auf gute Dienstleistung setzten und die Kunden respektieren so wie sie sind. Ja, und man muss auch nicht jedes Jahr wieder eine neue Kasse suchen wenn man mit der bisherigen zufrieden ist. Schuld haben auch die Vergleichsportale, wo die Prämie so ausschlaggebend sind auf den Rang der Krankenkasse.
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