Samuel Schmid tritt zurück!

BERN – Angeschlagene Gesundheit, Angriffe von allen Seiten, Probleme mit der Armee: Samuel Schmid (61) hat genug. Er räumt seinen Sessel in Bern. Er tritt als Bundesrat zurück.

  • Publiziert: 12.11.2008, Aktualisiert: 13.01.2012

Um 9.18 Uhr lud Bundesrat Samuel Schmid die Medien ein. Um 10 Uhr gab der Bundesrat bekannt: «Per 31. Dezember werde ich zurücktreten. Nun trete ich ins Glied zurück.»

Während den vergangenen acht Jahren habe er seinen Beruf mit Freude ausgeübt, erklärte Schmid. Er habe nun die Grundlagen für die nächsten Schritte und seinen Nachfolger gelegt. Damit spielte er auf die Annahme des Armeebudgets 2009 an.

Seine Begründung für den Rücktritt: «Ich demissioniere meiner Gesundheit, meiner Familie, dem Land und der Armee zuliebe», betonte Schmid.

Immer wieder Rücktrittsforderungen

In jüngster Zeit wurde Samuel Schmid immer wieder auf einen möglichen Rücktritt angesprochen.

Die toten Soldaten in der Kander, der Skandal um Armeechef Nef, das im ersten Anlauf gescheiterte Rüstungsbudget – Schmid hatte keinen leichten Stand in diesem Jahr.

Dennoch: Die Finanzkrise nahm ihn aus dem Schussfeld. Seine entzündete Gallenblase brachte ihm Mitgefühl für den stressigen Job und die Dauerkritik ein. Jetzt waren alle Kritiker überzeugt: der Berner BDP-Bundesrat hat einmal mehr eine Krise ausgesessen. Ausgerechnet jetzt legt er sein Amt nieder.

Acht Jahre in der Landesregierung

Schmid wurde am 6. Dezember 2000 in den Bundesrat gewählt. Als Bundesrat der SVP. Doch seine Partei, namentlich der Zürcher Flügel unter Parteichef Ueli Maurer und Christoph Blocher, mochte den behäbigen Berner nicht. Es gipfelte in der Beleidigung Schmid sei ein «halber Bundesrat». (zum/spj)

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play Samuel Schmid bei der Bekanntgabe seines Rücktritts heute Morgen. (Keystone)

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