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Schmid begann die Pressekonferenz mit einem Blick auf das in den letzten acht Jahren Erreichte: Er reiche seine Demission in dem Bewusstsein ein, dass die Schweiz in der Sicherheitspolitik auf gutem Weg sei. Aber wer eine Armee umkremple und gleichzeitig hunderte Millionen zu sparen und hunderte Arbeitsplätze abzubauen habe, begehe auch Fehler. «Denn null Fehler begeht man nirgends,» bekannte Schmid.
Abrechnung mit der SVP
Fehler macht Schmid aber nicht nur bei sich aus. Auch die SVP und ihre Art zu politisieren kamen zur Sprache: «Polemik und grundsätzliche Polarisierung gehörten nicht zur politischen Kultur dieses Landes» – sondern vielmehr der Respekt gegenüber anderen.
Mit Blick auf seinen Ausschluss aus der SVP sagte Schmid: «Politische Konsequenzen unabhängigen Verhaltens hat man zu akzeptieren. Ich trug den Ausschluss und die Verunglimpfungen. Das ist der Preis der Unabhängigkeit.» Er sei dazu eingeladen worden, aus der SVP auszutreten. «Im Übrigen habe ich auch zur Kenntnis genommen, dass namhafte Mitglieder des Vorstandes gesagt haben, dass ich durchaus bleiben könne, wenn ich schweige.» Doch das habe er nicht gewollt.
«Politische Erpressung hat hier nichts zu suchen»
Er habe in den acht Jahren als Bundesrat im In- und Ausland zahllose Erfahrungen gemacht, sagte Samuel Schmid. Aber so nahe beim Volk wie in der Schweiz sei kaum eine Exekutive in der Welt.
Er habe in letzter Zeit viele Zuschriften aus der Bevölkerung erhalten, man habe im Mut, Gesundheit und Durchhaltewillen gewünscht. Man habe ihm dadurch auch gezeigt, «dass politische Erpressung nichts zu suchen hat in diesem Land», sagte Schmid.
Die Seele ermattet
Auf den 31. Dezember tritt Schmid zurück. Dabei gelte es auch «acht Jahre Bundesrat, bald 62 Lebensjahre und warnende Zeichen seitens der Gesundheit zu berücksichtigen.» Die zunehmenden Angriffe auf seine Person hätten ausserdem seine «Seele ermatte», so Schmid. Auch seine Familie habe sehr darunter gelitten.
Er gehe mit dem Wunsch, dass Demut und Bescheidenheit wieder einen grösseren Stellenwert erhielten. «Wenn es immer so wäre, wäre Einiges in den letzten Monaten nicht passiert.»
Schmids Stimme brach hier. Er zog ein Taschetuch hervor. Was war da los – brach der VBS-Chef zusammen? Nein. Die Anspannung Schmids wurde deutlich. Er kriegte Nasenbluten und verliess die Konferenz zwischenzeitlich. Danach stellte er sich den Fragen der Journalisten.
Heute Nacht fällte er den Entscheid zum Gehen
Seinen Rücktrittsentscheid traf Schmid in der Nacht auf heute. Gesundheitliche Probleme hätten ihn seit dem Frühsommer geplagt. Damals habe er Kreislaufprobleme gehabt, die einen positiven Abschluss in einer kurzen ambulanten Spitalbehandlung gehabt hätten.
Seither müsse er aber diverse Medikamente einnehmen, «unter anderem eben Blutverdünner», sagte Schmid in Anspielung auf sein Nasenbluten während der Medienkonferenz, das einen kurzen Unterbruch nötig gemacht hatte.
Der Gedanke an einen Rücktritt sei damals schon aufgekommen. Im Juli/August sei die Belastung dann gelegentlich so massiv geworden, «dass ich mir diese Gedanken auch konkret machte». Zusammen mit politischen Weggefährten habe er aber damals beschlossen, «dass man diesem Druck nicht nachgeben darf». (gux/hhs)