Der kälteste Ort der Schweiz: Samedan und La Brévine im Kälte-Duell

Wo ist es am kältesten im Land? Zwei Kandidaten kämpfen um den Titel «Kühltruhe der Schweiz».

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Um mehr Touristen, vor allem aus der Deutschschweiz, anzulocken, setzt das «Vallée de la Brévine» voll auf Kälte. Denn das Hochtal im Neuenburger Jura hält den Schweizer Kälterekord. Am 12. Januar 1987 zeigte das Thermometer dort minus 41,8 Grad an. Morgen steigt im «Sibirien der Schweiz» sogar das «Fête du froid», das Kältefest. Ob die extreme Kälte die Städter denn nicht eher abschreckt? «Die Kälte bei uns ist sehr trocken. Minus 30 Grad sind hier viel angenehmer als minus10 Grad in Zürich oder Genf», sagt der Kommunikationsverantwortliche Jean-Daniel Oppliger.

Doch ist La Brévine tatsächlich der kälteste Ort der Schweiz? Auch im Engadin sinkt das Quecksilber regelmässig auf unter minus 30 Grad. Für dieses Wochenende sind in Samedan sogar Temperaturen von minus 36 Grad vorausgesagt.

Kälte ist etwas Positives

«Beim Kälterekord liegt La Brévine knapp vor Samedan. Durchschnittlich ist es in Samedan aber um einiges kälter», sagt SF-«Meteo»-Meteorologe Felix Blumer. Übers Jahr kommt Samedan auf 1,2 Grad, drei Grad weniger als La Brévine. Im Januar ist der Vergleich noch extremer: In La Brévine herrschen durchschnittlich minus 4,7 Grad. In Samedan sind es minus 9,2 Grad.

Fühlen sich da die Samedaner nicht übergangen, wenn sich La Bré­vine als Kältehauptort der Schweiz positionieren will? «Wir müssten uns das auch mal überlegen, denn es ist eine gute Idee. Die Kälte ist bei uns schliesslich nichts Negatives, sondern etwas Positives», sagt Gemeindepräsident Thomas Nievergelt.

Denn auch bei ihnen herrsche eine sehr trockene Kälte. «Dadurch behält der Schnee eine sehr gute Konsistenz. Es bleibt immer schön winterlich hier», sagt Nievergelt. Einzig auf Wettkämpfe im Freien müsse bei einer Temperatur ab minus 18 Grad verzichtet werden.

Heute war La Brévine eine müde Geschichte. Sogar auf dem Üetliberg in Zürich wars kälter.» Felix Blumer, SF Meteo.

Die Ursache der extremen Kälte ist in Samedan übrigens eine ähnliche wie  in La Brévine: Beide liegen in einem Talkessel. Der von La Brévine ist jedoch viel besser vor Wind geschützt –  und Wind sorgt bei extremer Kälte für Wärme, weil er die festsitzende kalte Luft wegbläst. Dafür liegt Samedan höher.

Deshalb braucht es in La Brévine auch ideale Bedingungen. Sprich: Schnee, Windstille und kalte Höhenluft. «Wenn dies nicht gegeben ist, funktionierts nicht. Heute war La Brévine eine müde Geschichte. Wegen der Wolken sank das Thermometer bloss auf minus 9,9 Grad. Sogar auf dem Üetliberg in Zürich wars kälter», sagt Felix Blumer.

Alle Kommentare (5)

  • Fernando  Ambord , Leuk , via Facebook
    Tja sie vergessen da den Ort Ulrichen im Wallis. Da war es dieses Jahr am kältesten.
    • 02.02.2012
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  • Mosimann  Beat
    Keines von beiden, es ist die Glattalp und zwar mit Abstand. Ja, ist das denn so schwer zu kapieren? 1991 07. Februar - 52.5° Grad !!!
    Hier ists beschrieben: http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/wo_ist_es_am_kaeltesten_1.4226478.html
    Wetterstation hier: http://www.ebs-gruppe.ch/glattalp/webcam-wetter/wetter-aktuell.html
    • 01.02.2012
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  • Damian  Schelbert
    Guten Abend, der kälteste Ort ist in Muotathal auf der Glattalp. Dort herrschen gemäss Messungen Temperaturen von über Minus 50 Grad. Zu lesen auf der Homepage der Messungen.
    • 01.02.2012
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  • Fred  Bartlome
    Der kaeltest Ort in der Schweiz ist auf der Glattalp im Kanton Schwyz zu finden. Rekord minus 52,5 gemessen im Februar 1992.
    • 01.02.2012
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  • Pauli  Habegger , Sissach
    Macht doch nicht immer ein Hype daraus. Im Winter darf es gerne viel Schnee haben und kalt sein, im Sommer darf es schönes warmes Wetter sein. Für das hat man die vier Jahreszeiten und jede hat mehr positives als negatives. Solche die es schon bei 0 Grad vor Kälte rüttelt, die sollten sich einen Arzt aufsuchen oder sich etwas Fett anlegen, auch das schützt vor Kälte! Naja bei uns ist es gerade -14 Grad und wird bestimmt noch etwas kälter. Hoffe es, den kalte Winter bedeuten viel Schnee und Eis, was nur gutes für den Frühling und Sommer bedeutet. Nämlich genug Wasser! Das ist nix anderes als der Jahresrythmus der eigentlich so sein sollte!
    • 01.02.2012
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