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Céline (16) wurde laut Staatsanwaltschaft kaltblütig hingerichtet.
Langsam dreht sich Sabit I. (23) auf seinem Stuhl um und blickt in den Gerichtssaal. «Herr Franck, ich schaue ihnen in die Augen», sagt er zum Vater der getöteten Céline (16). «Ich weiss, dass sie mir wahrscheinlich nicht glauben werden, aber ich habe das wirklich nicht gewollt.» Seit der Tat gehe es ihm «scheisse». Auch sein Leben sei ihm «scheissegal». Schliesslich bricht er in Tränen aus. «Es tut mir leid, dass ich ihnen diesen Schmerz zugefügt habe.»
20 Jahre Freiheitsstrafe drohen dem Kosovaren, der im März 2009 seine Freundin Céline (16) auf dem Parkplatz des Volkilands erschoss. Die Anklage: Mord. Sein Verteidiger Mario Bortoluzzi plädiert für eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung mit einer Haftstrafe von sechs Jahren.
Der Verteidiger beschreibt seinen Mandanten Sabit I. (23) gemäss Zeugenaussagen als «fröhlich, liebenswert und hilfsbereit» und setzte sich vergangenen Dienstag in einem 7-stündigen Plädoyer für die Unfalltheorie des Kosovaren ein.
Für Ankläger Adrian Kägi ist jedoch klar: Sabit I. hat seine Freundin Céline (16) kaltblütig ermordet. Der Staatsanwalt, sowie die Vertreterin von Célines Eltern reagierten heute in einer zweiten Vortragsrunde auf die, ihrer Ansicht nach, «lebensfremden und aktenwidrigen» Behauptungen des Verteidigers.
«Mit Unverschämtheit belogen»
So sei Bortoluzzi eine falsche Verteidigungsstrategie angegangen, in dem er die Beweise einzeln und nicht im Gesamten würdigte oder kritisierte, sagt der Staatsanwalt. «Seit Beginn der Untersuchungen hat der Beschuldigte das Gericht mit Unverschämtheit belogen». Ausserdem hätte Sabit I. bis zum heutigen Tag nie echte Reue gezeigt. Dass er die Tatwaffe vor den Behörden verschwinden liess, spreche klar für seine Schuld.
Diese Meinung vertritt auch die Anwältin und Vertreterin der Eltern. «Das Plädoyer des Verteidigers war eher einer Anklage gegen den Staatsanwalt als ein Vortrag zu der Sache selber», sagt sie heute vor dem Bezirksgericht Uster. Selbstverständlich wisse der Beschuldigte, wo sich die Tatwaffe befinde. Würde man sie finden, wäre seine «Unfalltheorie» endgültig zerstört.
In seinem zweiten – um einiges kürzeren – Auftritt versucht Bortoluzzi die heftigen Vorwürfe seiner Kollegen von sich zu weisen und bekräftigt abermals seine für Sabit I. wichtige Position als Verteidiger.
Spätestens am Samstag wird das Gericht das Urteil fällen.
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