Alle wollen studieren, aber flexibel bleiben Run auf Schweizer Fernunis

BERN - Was früher vor allem Profisportler machten, wird nun zum Trend für alle: Wer studieren möchte, jedoch keine Zeit für die Uni hat, schreibt sich in der Fernuniversität oder Fachhochschule ein.

  • Publiziert: 08.08.2012, Aktualisiert: 09.08.2012
  • Von Karin Müller
play Arbeiten und Studium: Mit der Fernuni möglich. (Thinkstock)

Viele Berufstätige wollen ein Studium absolvieren, haben aber keine Zeit, an der Uni immer präsent zu sein. Also schreiben sie sich an Fachhochschulen oder an der Fernuni ein. Anstieg der Studis an Fernfachschulen im Jahr 2011: rund 20 Prozent.

Im Schnitt sind die Studierenden 35 Jahre alt. «Flexibilität ist heute ein wichtiges Schlagwort im Beruf und auch im Studium», erklärt Nathalie Hutter, Sprecherin der Fernuni Schweiz.

Rechtswissenschaften komplett ausgebucht

«Besonders beliebt sind die Studiengänge Rechts- oder Wirtschaftswissenschaften», sagt Hutter weiter. Beispielsweise sei der Studiengang der Rechtswissenschaften für das Herbstsemester 2012 komplett ausgebucht. Gleiches gilt für Psychologie.

Auch die Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) stellt einen Zulauf fest. Renate Gerritzen: «Die Fernstudien an unseren Institutionen bestehen aus Selbst-, Online- und Präsenzstudium. Sie ermöglichen ein hohes Mass an Flexibilität, sind überwiegend orts- und zeitunabhängig.» Damit wird ein Studium ermöglicht, das der persönlichen Lebenssituation besser entspricht.

Höhere Ausbildungsstandards gefordert

Die Studierendenzahlen sind auch an der FFHS stetig gestiegen. Gerritzen: «Gerade dieses Jahr können wir einen deutlichen Zuwachs verzeichnen. Man spürt daraus das Bewusstsein für die Erfordernisse in unserer Wissensgesellschaft.» 

Und: Es gebe eine grosse Bereitschaft, sich hochgesteckten Ausbildungszielen zu stellen, sich für die Arbeitswelt fit zu machen, attraktiv zu halten bzw. auf einen Wiedereinstieg oder Umstieg vorzubereiten.

Beliebteste Kommentare

  • Martin   Huser , Bolligen
    Die Fernuni ist nicht mit der UK Open University zu vergleichen. Man beachte, dass man als Student an einer Schweizer Fernuni genau die gleichen Examen schreibt wie an normalen Unis. Die Frage ist aber, wie viele der Anfänger das auch tatsächlich durchstehen und einen Abschluss machen. Der Aufwand wird oftmals krass unterschätzt!
    • 09.08.2012
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  • Adrijana  Berishaj , St. Gallen
    Aha. Ein fernstudium ähnlich wie kerstin cook ihres???

Alle Kommentare (8)

  • Metzger  Mario
    Wer in der Schweiz auf zwei zählen kann, geht studieren. Solche Fernuniversitäten werden das Akademikerproletariat, das sich mittlerweile auch in der Schweiz auszubreiten beginnt, noch vergrössern. Jetzt muss man sich nicht mal mehr die Zeit nehmen, an der Uni Vorlesungen zu besuchen, sondern kann bequem, zwischen surfen und biken und Party feiern, ohne jeden Zeitdruck Herr oder Frau Doktor werden. Auf die Dauer schadet es der Schweiz, die auf ihren hohen Stand bei der Berufsausbildung zu recht stolz war, sehr, wenn alle halbwegs intelligenten Leute studieren und für die nichtakademischen Berufe nur noch die schwach Begabten übrig bleiben. Fürs Handwerk, das Gastgewerbe, die Verwaltung, die Versicherungen, die Banken, die Polizei, um nur einige Beispiele zu nennen, wäre es wichtig, dass auch wieder gute Schüler sich für solche Berufe interessieren würden., da andernfalls die hohe Qualität der Schweizerischen Beurufsbildung, die die Schweiz stark gemacht hat, weiter schwindet.
    • Mike  Egger
      Es braucht auch in allen von dir aufgezählten Berufgruppen höherqualifizierte Berufsleute. Eine Fachhochschule ist zum Teil nichts anderes als ein Fernstudium. Du arbeitest 90-100 Prozent im Betrieb, studierst und lernst in deiner Freizeit den Stoff und musst ein- bis zweimal pro halbes Jahr für eine Woche an einem Meeting Präsenzunterricht teilnehmen.
      Vorteil: Der Betrieb muss nicht auf dich als Arbeitskraft verzichten und du kannst das erlernte gleich in die Tat umsetzen.
      Nachteil: Wer das Studium wirklich ernst nimmt, der hat nicht mehr viel Freizeit zur Verfügung.
      • 09.08.2012
      • als Kommentar auf Metzger  Mario
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  • Edi  Rey , Romanshorn
    Gehe ich richtig in der Annahme, dass einmal mehr auch beim Fernstudium die Naturwissenschften besonders unbeliebt sind und wir die benötigten Fachkräfte daher weiterhin aus Deutschland importieren müssen ?
    • 09.08.2012
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  • Christian  Jenny , Zürich
    Sowas ist absolut nicht vergleichbar mit einem Universitätsstudium. Da kann man gleich bei der Migrosclubschule einen Töpferkurs machen: Ist mehr wert.
  • Somboon  Saleoff , belpmoos
    Und für die Lowjobs gibts dereinst noch die Asylanten. Die aktuelle "Unimanie" ist ein Volkswirtschaftliches Geschwür und muss schnellstens behandelt werden. "Wissen" so wie es heutzutage angewendet wird ist nicht mehr Macht sondern der grösste Ökokiller und Kostenverursacher der Untergang der Menschheit. Wir sollten uns besser wider der wirklichen menschlichen Werten besinnen.
    • 09.08.2012
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  • Martin   Huser , Bolligen
    Die Fernuni ist nicht mit der UK Open University zu vergleichen. Man beachte, dass man als Student an einer Schweizer Fernuni genau die gleichen Examen schreibt wie an normalen Unis. Die Frage ist aber, wie viele der Anfänger das auch tatsächlich durchstehen und einen Abschluss machen. Der Aufwand wird oftmals krass unterschätzt!
    • 09.08.2012
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