Rückzug: Genfer Protest-Politiker Eric Stauffer will abtreten

GENF - Der Gründer und Ehrenpräsident der Genfer Protestpartei Mouvement citoyen genevois (MCG), Eric Stauffer, will sich spätestens in 18 Monaten aus der Politik zurückziehen. Dazumal läuft das Mandat des umstrittenen Genfer Grossrats ab.

Eric Stauffer bei einem Auftritt im Genfer Grossrat: Der MCG-Ehrenpräsident hat seinen Abgang aus der Politik angekündigt. (Archivbild) play
Eric Stauffer bei einem Auftritt im Genfer Grossrat: Der MCG-Ehrenpräsident hat seinen Abgang aus der Politik angekündigt. (Archivbild) KEYSTONE/MARTIAL TREZZINI
Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?

Top 3

1 Frau (35) im Wald missbraucht Zürcher Polizei nimmt Sexualstraftäter fest
2 Nach der Hitze schneite es bis auf 1000 Meter Das Wetter bleibt im...
3 Hypnose-Diebin erleichtert dieses Trio um 750 Franken Verhext und...

Schweiz

teilen
teilen
0 shares
Fehler
Melden

Elf Jahre lang habe er sich mit aller Energie für das Gemeinwesen eingesetzt, sagte Stauffer in einem Interview mit der Westschweizer Sonntagszeitung «Le Matin Dimanche». Nun habe er seinen Dienst geleistet. Ein 14-Stunden-Tag sei nicht zu vereinbaren mit einem verantwortungsvollen beruflichen Engagement. Darauf will sich Stauffer nach seinem Rückzug konzentrieren.

Er sei stolz darauf, was er mit MCG erreicht habe, sagte Stauffer weiter. Jetzt müsse die Partei, die sich seiner Einschätzung nach in einer Konsolidierungsphase befindet, einen «Anführer für morgen» finden.

Die 2005 gegründete Gruppierung, die sich gegen Grenzgänger richtet, zählt 20 Abgeordnete im Genfer Kantonsparlament, einen Regierungsrat sowie einen Nationalrat. Einen persönlichen Rückschlag hatte Stauffer jedoch bei den Kommunalwahlen im vergangenen Jahr hinnehmen müssen: Er wurde aus der Exekutive der Stadt Onex abgewählt.

Stauffer, der einst der SVP angehört hatte, fiel immer wieder mit umstrittenen Aktionen auf, die ihm zuweilen auch Probleme mit der Justiz einbrachten: Erst am vergangenen Freitag bestätigte das Bundesgericht eine Verurteilung wegen Amtsgeheimnisverletzung.

Eine Jury von Journalisten hatte ihm 2015 den ironischen Preis «goldene Genferei» für sein «Gesamtwerk» verliehen. Dazu verholfen haben ihm etwa der Wasserglas-Wurf gegen einen FDP-Politiker, ein Abgang aus dem Saal des Kantonsparlament mit Polizeibegleitung oder provokative Wahlplakate. Als «genevoiserie» oder Genferei werden Skandale bezeichnet, die zwar ans Lächerliche grenzen aber mit einer gewissen Regelmässigkeit die Genfer Politik erschüttern.

Für seine Zukunft ausserhalb der Politik kündigte Stauffer an, er werde zusammen mit weiteren Personen «viel Geld» in eine Telekommunikations-App investieren, die international für Furore sorgen werde. (SDA)

Publiziert am 13.03.2016 | Aktualisiert am 13.03.2016
teilen
teilen
0 shares
Fehler
Melden