SVP-Ultimatum an Widmer-Schlumpf Rücktritt oder Rausschmiss

  • Aktualisiert am 03.01.2012

BERN – Jetzt macht die Parteileitung ernst: Eveline Widmer-Schlumpf soll aus der SVP ausgeschlossen werden. Und sie soll ihr Amt im Bundesrat niederlegen.

Am kommenden Freitag will der Zentralvorstand der SVP über Parteiausschlüsse entscheiden. Einen Entscheid hat die SVP-Parteileitung um Toni Brunner bereits gefasst: Die Bündner Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf muss weg!

Die Parteispitze fordert Widmer-Schlumpf auf, bis am 11. April aus der Partei auszutreten. Ausserdem soll sie ihr Amt als Bundesrätin niederlegen.

Dabei geht die SVP Schweiz bewusst das Risiko eines Bruchs mit der Bündner Kantonalsektion ein.

Der Zentralvorstand der SVP entscheidet am Freitag am Vortag der Delegiertenversammlung in Lungern OW über die Anträge. Seinen Beschluss wird er am 5. April den Delegierten bekanntgeben. An der Delegiertenversammlung selber gebe es keine Beschlussfassung, teilte die SVP mit.

Rücktritt oder Rausschmiss

Tritt nämlich Widmer-Schlumpf bis zum 11. April nicht aus der SVP aus, soll die Kantonalpartei bis Ende April einen Ausschluss erwirken, lautet der Antrag der Parteileitung.

Komme die SVP Graubünden dem nicht nach, bedeute dies, dass sie die Zuwiderhandlung gegen die Interessen der SVP ausdrücklich decke, heisst es in einem Communiqué von heute Mittwoch.

In diesem Fall werde der Leitende Ausschuss der SVP Schweiz ein ordentliches Verfahren zum Ausschluss der SVP Graubünden aus der SVP Schweiz in die Wege leiten und dem Zentralvorstand einen entsprechenden Antrag stellen. Damit stehe der Gründung einer neuen SVP-Kantonalsektion im Kanton Graubünden nichts mehr im Wege. (SDA/zum)

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Die Begründung der SVP:

Die SVP listet die «Vergehen» von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf auf ihrer Homepage auf: Eveline Widmer-Schlumpf habe ihre Wahl mit der SP vorbereitet, um Christoph Blocher aus dem Amt zu verdrängen. Damit habe sie ihr persönliches Interesse über die Interessen der eigenen Partei gestellt. Frau Widmer-Schlumpf habe der Parteispitze mehrmals zugesichert, sie werde im Falle einer Wahl in den Bundesrat keine Annahme erklären. Sie habe die Parteispitze hinters Licht geführt. Frau Widmer-Schlumpf habe die schweizerische Öffentlichkeit über das Zustandekommen ihrer Kandidatur angelogen.

Bundesrat nimmt Stellung

Der Bundesrat hat heute mitgeteilt, er habe «mit Befremden von der rüden Rücktrittsaufforderung an Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf durch die SVP-Parteileitung Kenntnis genommen». Er rufe zum Respekt vor Personen, Institutionen und Verfassung auf. (SDA)

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