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Ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt zu bekommen, ist heute zur Routine-Operation geworden. In der Schweiz haben rund 20000 Personen davon profitiert. Es bleibt aber ein grosser Eingriff. Die Aussicht, diesen ein zweites Mal über sich lassen zu müssen, ist ein Horror.
Genau das könnte jetzt einer noch unbestimmten Zahl von Patienten bevorstehen. Denn Ende August hat die Herstellerfirma DePuy, eine Tochter des US-Konzerns Johnson&Johnson, ihre Hüftgelenk-Prothesen der Marke ASR zurückgerufen. Rund 1400 Implantate dieses Modells wurden in der Schweiz eingesetzt. Das berichtet die Sendung Espresso von «DRS 1» heute Morgen.
Ungewöhnliche Dimension
Das heisse zwar nicht, dass alle ASP-Prothesen ersetzt werden müssten. «Aber diese Grössenordnung ist ungewöhnlich», sagt Margrit Kessler, Patientenschutz-Präsidentin, zu Blick.ch.
Gemäss dem Schweizerischem Heilmittelinstitut Swissmedic ist ein Rückruf kein Einzelfall: In den letzten sieben Jahren wurden insgesamt 10 Hüftprothesen-Modelle von unterschiedlichen Herstellern zurückgerufen. In wie vielen Fällen es zu einer Zweit-Operation gekommen ist, kann Swissmedic-Expertin Margit Widmann aber nicht sagen.
Erfahrungsgemäss, heisst es in der «Espresso»-Sendung, mache jedes zehnte Implantat Probleme. Symptome sind Schmerzen, Entzündungen, Schwellungen. Im schlimmsten Fall könnten sich Teile lockern. Dann muss operiert werden.
Alle Betroffenen zur Kontrolle
Im vorliegenden Fall der DePuy-Produkte werden jetzt alle betroffenen Patienten von ihrem Arzt zur Kontrolle aufgeboten. Solange keine Probleme auftreten, muss das Hüftgelenk trotz Rückruf nicht ersetzt werden.
Normalerweise beschert ein neues Hüftgelenk seinem Träger für zehn bis 20 Jahre schmerzfreie Bewegung. In gewissem Mass ist sogar Sport wieder möglich. (snx)