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Der UN-Sonderberichterstatter zum Thema Behinderung, Shuaib Chalklen . (Screenshot/ thecommonwealth.org)
Er sitzt im Rollstuhl, ist querschnittsgelähmt – der UN-Sonderberichterstatter Shuaib Chalklen zum Thema Behinderung hat sich mit seinem Handicap bestens arrangiert. Doch das alltägliche Leben stellt Rollstuhlfahrern immer wieder Hürden in den Weg. In diesem Fall ist es die Swiss.
Chalklen wurde untersagt, ohne Begleitperson von Heathrow nach Genf zu fliegen. «Es ist absurd. Ich bin Vielflieger seit 15 Jahren. Und ich bin auf der ganzen Welt auf eigene Faust gereist», sagte der UN-Sonderberichterstatter dem «Daily Telegraph».
Kein Einzelfall!
Die Begründung der Swiss lautete demnach: er könne auf dem 1 Stunde 40 Minuten langen Flug nicht die Toilette benutzen. Und dabei handelte es sich offenbar um keinen Einzelfall. Chalklen erklärte, es sei ihm schon des öfteren so ergangen.
«Mir ist das schon mal passiert. Diese Vorgehensweise weitet sich aus. Irgendwas läuft da schief. Die Fluglinien setzen EU-Gesetze nicht um», erklärt er. Mit einer Verspätung von fünf Tagen konnte Chalklen seinen Flug antreten. Doch das ist noch keine Entschuldigung für den diskriminierenden Vorfall.
«Wir bedauern den Vorfall sehr»
Diese soll noch kommen, wie Jean Claude Donzel, Sprecher der Swiss gegenüber Blick.ch erklärte. «Wir bedauern den Fall sehr. Wir kenne die Regelung und wir werden uns bei dem Herrn entschuldigen», so Donzel.
Er erklärt, es sei zu einer unnötigen Verzögerung gekommen. Die Swiss habe dem Betroffenen ein Formular zukommen lassen, indem Details zu gesundheitlichen Einschränkungen abgefragt würden. «Aber die Airline hat den Herrn nicht zurückgewiesen», sagt Donzel.
Sie untersuchten den Fall. Ob ein Angestellter hier zu weit gegangen sei, oder ob es ein administrativer Fehler passiert ist. «Klar ist: wo Menschen arbeiten, passieren Fehler», sagt er. Er gibt zu, dass es so nicht hätte kommen dürfen. Wenn ein Rollstuhlfahrer, der auf seinem Rollstuhl lebt und sich damit frei bewegen kann, gebe es keinen Grund für diesen Schriftverkehr.
Jeden Tag kommt es zu Diskriminierungen
«Es geschieht jeden Tag und bei vielen Fluggesellschaften. Wir bitten die EU, die Rechtsstaatlichkeit zu stärken und sicherzustellen, dass sie durchgesetzt wird», sagte Aurélien Daydé, ein Sprecher des European Disability Forum.
Siim Kallas, EU-Kommissar für Verkehr sagte dazu: «Wir wissen, dass es noch viel zu viele Fälle gibt, in denen Menschen mit Behinderungen der Zugang zu Flüge verweigert wird.» Die Europäische Kommission will noch vor Ende des Jahres, die Lücken schliessen.