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Schweinegrippe: Roche liefert notfallmässig Tamiflu an die Ukraine

BASEL/GENF – In der Ukraine explodiert die Zahl an Schweinegrippe Erkrankter. Deshalb hat der Basler Pharmakonzern Roche hat der Ukraine in einer Blitzaktion eine Flugzeugladung des Mittels Tamiflu geschickt.

Aktualisiert um 17:35 | 02.11.2009
Sie kann sich wenigstens schützen: Viele Ukrainer können sich nicht einmal eine Schutzmaske leisten. (Reuters)
Anstehen für Tamiflu: Ukrainer in einer Apotheke. (Reuters)
Genügt dieser Schutz? Eine Metzgerei in Kiev. (AP)
Mit der Stoffmaske zum Spielen. Viele Schulen sind geschlossen. (Reuters)
Mitglieder der Regierung mit Schutzmaske. (AP)
Wegen des rasanten Anstiegs der Fälle von Schweinegrippe hatte die Ukraine die internationale Gemeinschaft am Sonntagabend dringend um Hilfe gebeten. Bei Roche ging eine Notbestellung für Tamiflu der Ukraine ein, wie ein Sprecher des Unternehmens sagte. Das Grippemittel sei ab Lager geliefert worden.

Nach Angaben der ukrainischen Regierung handelte es sich um 300´000 Packungen, wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete. Einige Apotheken sollen wegen der Grippe-Epidemie zuletzt mehrere hundert Euro pro Tamiflu-Packung verlangt haben. Die Regierung will diesen Preis-Wucher auf Kosten verängstigter Menschen hart bestrafen.

Wodka, Zitronen und Knoblauch gegen das Virus

In der Ukraine starben bis heute vermutlich mehr als 70 Menschen an der Schweinegrippe. In vielen Fällen laufen die Abklärungen aber noch, ob das H1N1-Virus tatsächlich die Todesursache war. 200´000 Menschen haben sich nach Angaben der Behörden mit dem Grippevirus angesteckt. Über 7500 Menschen werden in Spitälern behandelt, 100 Patienten liegen auf der Intensivstation.

Viele Menschen deckten sich mit Wodka, Zitronen und Knoblauch ein, um das Virus zu bekämpfen. Timoschenko empfahl, jeder solle sich notfalls selbst eine Schutzmaske basteln. Als einer der wenigen Politiker warnte Gesundheitsminister Wassili Knjasewitsch seine Kollegen davor, weiter Panik zu verbreiten.

«Bei uns gibt es Probleme wie in jedem Land der Erde auch», sagte der Minister. Einige Parlamentarier warfen dem Präsidenten und der Regierungschefin vor, die Schweinegrippe als Wahlkampfthema zu missbrauchen. Die beiden Rivalen treten am 17. Januar 2010 bei der Präsidentenwahl zusammen mit weiteren Kandidaten an. (SDA)
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