Rigi-Depp überfiel drei Banken Seine Frau kann ihm nicht verzeihen

LUZERN - Drei Banküberfälle verübte Rigi-Depp Paul K. Die Taten waren ein Schock für seine Frau – für ihre Ehe sieht sie schwarz. Und: Vieles deutet darauf hin, dass der Serienräuber noch hinter weiteren Überfällen steckt.

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Paul K.* (55) führte ein Doppelleben. Gegen aussen gab sich der selbständige Luzerner Dentaltechniker als treuer Ehemann und liebevoller Familienvater. Im Verborgenen raubte er professionell Banken aus. Die Polizei verhaftete ihn Mitte Juli, nachdem er die Kantonalbank in Weggis LU mit einer Pistole überfallen hatte und anschliessend auf die Rigi geflüchtet war (BLICK berichtete). Die Festnahme war spektakulär: Die Beamten führten Paul K. in der Gondelbahn ab.

Seine Ehefrau Olivia K. fiel aus allen Wolken. Sie war wütend auf ihren Mann, wollte aber zu ihm halten. Scheidung? Damals kein Thema. Inzwischen sieht sie die Beziehung mit anderen Augen. Grund: Während der Untersuchungshaft kam aus, dass Paul K. bereits 2015 zwei Luzerner Kantonalbankfilialen in Hochdorf und Rothenburg ausgeraubt hatte. Auch damals trug er eine Pistole. In allen drei Fällen ist Paul K. geständig. Das war für seine Ehefrau zu viel. «Er wird immer einen Platz in meinem Leben haben», sagt Olivia K. zu BLICK. «Ich weiss aber nicht, ob die Ehe noch eine Zukunft hat.»

Trotz Zweifeln besuchte sie ihren Mann mehrmals im Untersuchungsgefängnis: «Es geht ihm schlecht. 23 Stunden pro Tag sitzt er allein in seiner Zelle.» Die Isolation hinterlasse ihre Spuren. Olivia K. weiss, dass er sich über jede Abwechslung freut: «Es tut ihm gut, wenn der Seelsorger vorbeikommt oder wenn die Wärter ihm erlauben, den Gang zu fegen.» Doch Paul K. darf nur selten Besuch empfangen. Laut seiner Frau wurde die Untersuchungshaft bis zum 11. Januar verlängert.

Offensichtlich möchten die Ermittler klären, ob Paul K. noch andere Straftaten begangen hat. Manches spricht dafür: 2016 gab es in der Region Luzern mehrere bewaffnete Überfälle. Unter anderem im Juni in Hochdorf auf einen Denner und im März in Rothenburg auf einen Tankstellenshop. In beiden Fällen ähnelt die Täterbeschreibung dem Profil von Paul K. Laut Zeugen war der Räuber in Hochdorf etwa 1,80 Meter gross, schlank, sprach schweizerdeutsch und bedrohte die Verkäuferin mit einer Pistole. Auch in Rothenburg wurde der Täter als gross und schlank beschrieben.

Auffällig ist, dass Paul K. bei seinem letzten Überfall auf die Kantonalbank in Weggis nur eine Sonnenbrille und ein Baseball-Cap trug. Liessen die früheren Erfolge den Serienräuber unvorsichtig werden? BLICK-Recherchen zeigen: Bei den geglückten Banküberfällen 2015 verhüllte er sein Gesicht mit einer roten Fasnachtsmaske und einer schwarzen Sturmhaube.

Publiziert am 04.11.2016 | Aktualisiert am 04.11.2016
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  • Mike  Müller aus Zürich
    05.11.2016
    Einige bringen hier so ziemlich alles durcheinander. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft. Er ist nicht rechtskräftig verurteilt. Deshalb darf während der U-haft die persönliche Freiheit nur soweit eingeschränkt werden, wie es der Untersuchungszweck erheischt. Dazu gehört eben nicht, dass man ihm das Lesen, Schreiben, TV & Radio entzieht. Die Beweispflicht obliegt der untersuchenden Polizei. Deshalb darf ein Beschuldigter auch lügen. Nur Schurkenstaaten halten sich nicht an diese MR-Bestimmungen.
  • Ines Maria  Giezendanner aus Viganello
    04.11.2016
    Als Dentaltechniker hätte er das doch diese Nebeneinnahmen nicht nötig gehabt, mit den Rechnungen, die Dentaltechniker für ihre Arbeit ausstellen.
  • Georg  Ritter 04.11.2016
    Diese lange Untersuchungshaft ist eines anständigen Landes nicht würdig, nützt niemandem, schadet viel und ist vor allem Ausdruck der Faulheit der ermittelnden Behörden.
    • Marc  Brönnimann , via Facebook 04.11.2016
      Ausnahmsweise,bin ich mal für die Seite der Justiz. Immerh. geht es um bewaffnete Ueberfalle,wobei jeder Angestellte,vielleicht heute noch Panik hat,zb. wenn jemand mit Sonnenbrille zur Tür reinkommt,etc.& es wird ja abgeklärt,weil noch mehre Taten suf sein Konto gehen könnten,wobei ein bisschen Schmoren lassen sicher hilft. Nochmals,es war kein Zettel worauf stand,bitte Geld her, Pistole und wies steht auch geladen...also,ich denke dafür sind die Behörden da. Sonst kann man sich darüb.streiten
    • Xaver  Arnet 04.11.2016
      @Lieber Georg Ritter: Bekanntlich haben unsere Gefängnisse in der Öffentlichkeit das Image von 5-Stern-Wohlfühloasen mit modernsten Fitness- und sonstigen Sportgeräten, unzähligen Fernsehprogrammen, wählbare Essensmenues, Reittherapien, psychologischen Hätschelmassnahmen u.v.m. Also nahezu keine abschreckende Wirkung mehr. Deshalb ist es nicht mehr als richtig, wenn man solche elenden Gewaltverbrecher so richtig an die Kandare nimmt, bis die hinterletzte Straftat aufgeklärt ist.
    •   , via Facebook 04.11.2016
      Meine Untersuchungshaft dauert nun schon 4 Jahre obwohl ich nachweislich keine Straftaten begangen habe die Behörden können sich so ihre Arbeit rechtfertigen und insbesondere das Perpetum Mobile der Steuergelder weiterhin komfortabel anzapfen.
    • Georg  Ritter 04.11.2016
      Herr Brönnimann, machen Sie sich mal kundig, wofür die Untersuchungshaft da isr. Nicht zum "schmoren lassen". Wir sind keine Texaner oder Saudis oder Nordkoreaner. Eine simple Tatserie wie die vorliegende kanm einfach und schnell geklärt und vor Gericht gebracht werden, wenn man zügig arbeitet. Und denken Sie daran: Auch Sie als rechtschaffener Bürger können in U-Haft landen. Dann sind Sie dann sehr froh, wenn die Lahmlinge bei der Staatsanwaltschaft "den Finger raus nehmen".
    • Reto  Petitprince aus Binningen
      04.11.2016
      Der Mann gehört in den vorgezogenen Vollzug. U-Haft ist seelische Folter. Mit seinem Delikt Päggli muss er eh hinter Gitter, es gibt keinen Grund, weshalb er härtere Bedingungen haben muss, als ein Mörder.
    • Paul  Entlebucher 04.11.2016
      Immer sind die anderen am eigenen Scheitern schuld. Kennen Sie den Ausdruck "Ursache und Wirkung". Ich bin eher der Meinung, dass gewisse Tatbestände massiv verschärft werden müssen und der Täterschutz endlich aufgehoben wird.
    • Marc  Brönnimann , via Facebook 04.11.2016
      Herr Ritter,ich bin Kundig. es gibz entweder 1,3,6.oder 12 max 2 Jahre u-haft.vor endeder gennanten Zahlen muss eine Verläng. beantragt und bewilligt werden. jetzt war wahrsch. von 3mte auf 6mte. ER hat mit Waffe,die im Stress oder bei wehr, Mütter,Kinder,Angestellte töten können. &Wenn er die Sachen die auch er hätte sein können,nicht zugibt,dann Dauern die Ermittlung halt.Wenn jemand gestorben wäre würde hier keiner Diskutiern über die länge der U-haft?!.und ich sage das als nichtjustizfreund