Schweinegrippe Rekruten erholen sich langsam

  • Publiziert: 05.05.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
play Die Kaserne La Poya in Freiburg. Hier rückten die beiden kranken Rekruten ein.

BERN – Gestern wurden zwei Rekruten mit dem Verdacht auf Schweinegrippe ins Spital eingeliefert. Ihr Zustand hat sich mittlerweile gebessert. Ob sie tatsächlich infiziert sind, wird sich frühestens morgen zeigen.

Der Kantonsarzt stellte gestern das gesamte Areal der Kaserne Freiburg unter Quarantäne, nachdem sich ein Rekrut am Sonntagabend mit Grippesymptomen gemeldet hatte. Der Rekrut sowie sein Zimmerkollege, der über die gleichen Symptome klagte, wurden ins Spital eingeliefert und isoliert.

Der Gesundheitszustand der beiden Rekruten hat sich inzwischen gebessert. Die zwei Männer bleiben jedoch weiter in ihren Einzelzimmern isoliert.

Die Quarantäne für die Armeeangehörigen und einen Teil des Personals der Kaserne Freiburg wird ebenfalls aufrechterhalten, wie das Verteidigungsdepartement VBS heute mitteilte. Sie wird erst aufgehoben, wenn die Testresultate des nationalen Grippezentrums in Genf negativ ausfallen.

Die Testresultate liegen gemäss VBS frühestens morgen Mittag vor. Fällt der Test positiv aus oder treten weitere Verdachtsfälle auf, wird die Quarantäne bis mindestens am Freitag weitergeführt.

Hohe Vorsichtsmassnahmen

Die Schweizer Armee ist sich nun bewusst, dass in Rekrutenschulen und Wiederholungskursen eine erhöhte Ansteckungsgefahr mit der Schweinegrippe besteht. Seit Freitag wende sie darum verstärkte Sicherheitsmassnahmen an, wie Armee-Sprecher Christoph Brunner heute erklärte.

Wenn die einrückenden Soldaten grippale Symptome aufwiesen oder angeben würden, kürzlich mit Mexiko-Reisenden Kontakt gehabt zu haben, würden sie direkt zum Truppenarzt geschickt.

Auch würden die Soldaten, die in den Sonntagsurlaub gehen könnten, ausführlich über das Risiko der Schweinegrippe informiert, sagte Brunner. Dies gelte sowohl für Rekrutenschulen als auch für Wiederholungskurse.

Neun Kantone betroffen

Die Zahl der Schweinegrippe-Verdachtsfälle ist stabil. 23 Personen sind derzeit in Abklärung, wie das Bundesamt für Gesundheit heute auf ihrer Webseite bekannt gibt. Betroffen sind die Kantone AG, BE, FR, GE, GR, SG, SO, VD und ZH. Bei 44 Verdachtsfällen konnte die Schweinegrippe bereits ausgeschlossen werde. (SDA/gca)

WHO verschickt Tamiflu

Im Kampf gegen die Schweinegrippe verschickt die Weltgesundheits-Organisation WHO das Grippemittel Tamiflu in die ganze Welt.

Das Tamiflu werde von Basel, Maryland und Dubai aus auf den Weg gebracht. Es stamme aus dem Bestand von fünf Millionen Einheiten (50 Millionen Dosen), welche die WHO im Jahr 2006 vom Pharmakonzern Roche erhalten habe.

Die Liste der 70 Zielländer wurde nicht bekannt gemacht. Es handelt sich jedoch vor allem um Entwicklungsländer, welche nicht über ein Tamiflu-Lager verfügen.

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