SBB startet Kampagne gegen Suizid «Wir spüren eine besondere Verantwortung.»

ZÜRICH - «Reden kann retten»: Unter diesem Motto haben die SBB und der Kanton Zürich heute eine nationale Präventionskampagne lanciert, mit der Suizide verhindert werden sollen. Alle drei Tage wirft sich in der Schweiz jemand vor einen Zug.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Dicke Post in Hochdorf LU Frau täuschte Raubüberfall nur vor
2 Nach Facebook-Aufruf zum Geburtstag 31 Kisten Post für behinderte Denise
3 Wildwest beim «Saloon» in Wetzikon ZH Polizist springt auf Fluchtauto

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
56 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden

Zwar ist die Zahl der Suizide in der Schweiz seit den 1980er-Jahren gesunken, doch Schienensuizide nehmen seit rund zehn Jahren langsam, aber stetig zu.

Jeden dritten Tag wirft sich jemand vor einen Zug, teilte die SBB heute mit. Mitarbeitende und Passagiere werden dabei oft mit schwer verkraftbaren Situationen konfrontiert. SBB-Kommunikationsleiterin Kathrin Amacker sagt deshalb: «Wir spüren eine besondere Verantwortung.»

Thomas Heiniger, Gesundheitsdirektor des Kantons Zürich, betont: «Suizide führen zu mehr Todesfällen als der Strassenverkehr, Aids und Drogen zusammen.» Deshalb müsse Suizidprävention ein Schwerpunkt der Gesundheitsförderung und allgemeinen Prävention sein. Zusammen mit der SBB lanciert der Kanton Zürich jetzt eine nationale Kampagne. Auf die Frage, weshalb dies gerade der Kanton Zürich tue, meint Heiniger: «Der Kanton Zürich startet oft eigene Kampagnen und bringt sie dann auch auf die nationale Ebene. Wir leisten schweizweite Vorarbeit.»

Suizidgedanken sind eine «normale Reaktion»

Die Kampagne wird auch von der Dargebotenen Hand und der Pro Juventute finanziell unterstützt. Diese beiden Organisationen stellen auch ihre Notfallnummern zur Verfügung. Im Zentrum der auf drei Jahre angelegten Kampagne steht die Webseite «reden-kann-retten.ch». Dr. med. Matthias Jäger von der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich sagt: «Wenn Betroffene ihre Gedanken teilen können, führt dies in den meisten Fällen zur Abwendung des Suizids.»

Die Webseite richtet sich sowohl an Menschen in Lebenskrisen als auch an Personen, die um jemanden besorgt sind. Es sind ausführliche Informationen, Berichte von Betroffenen und Gesprächstipps zu finden.

Auf der Webseite wird festgehalten: «Suizidgedanken gehören zu Lebenskrisen, wie Fieber zur Lungentzündung. Es ist aber wichtig, dass Sie die Suizidgedanken nicht einfach ignorieren oder verheimlichen, sondern mit jemandem darüber sprechen.»

Publiziert am 09.09.2016 | Aktualisiert am 09.09.2016
teilen
teilen
56 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden

5 Kommentare
  • Hans  Muster 09.09.2016
    Es ist auch nicht einzusehen, warum die Polizei eine Bahnstrecke nach einem Suizid gleich über mehrere Stunden sperren muss. Das Prozedere mit Photos und Aufräumen der angerichteten Sauerei liesse sich sicher ganz wesentlich beschleunigen. Die Bahnkunden würdens begrüssen, wenn weniger Verspätungen entstünden.

    Hans Muster

  • David  Brunner aus Wetzikon
    09.09.2016
    Lebensmüdigkeit geht oft mit Depressionen einher. Die beste Prävention wäre, dem Suizidgefährdeten die Sicherheit zu bieten, dass wenn er Hilfe sucht, dass er dann in seiner Not nicht auch noch als Psycho stigmatisiert und zur Therapie und Einnahme von Medikamenten gedrängt wird. Zu oft wird von Aussenstehenden die Not an der Depression festgemacht. Viel mehr sollten zuerst die materielle Not, Existenz, Ohnmacht, Unrecht und Aussichtslosigkeit usw. erkannt und dort Lösungen geschaffen werden.
  • daniel  voelin aus büttenhardt
    09.09.2016
    Zuizit na ja wenn es ja nicht mehr geht . Jeder das seine . Denke durch unsere armut in der schweiz ist es ja kein wunder . da ja viele augen zumachen bei armut . sag nur dazu der weg zum Zozialamt .wenn nicht mal das zozialamt die volle mietkosten übernimmt . das bleibt dir dann noch zb 300 fr für 2 personen zum leben . das in der schweiz ,sind nur mal so realen zahlen . Da verstehe ich die leute gut wenn sie es nicht mehr können . Viele bleibt keine andere wall zum zozi .ZB Krankheit usw
  • Eugen  Inauen 09.09.2016
    Es gibt leider viele die koennen die Krankenkassen
    Praemien nicht mehr zahlen, dann kriegen sie
    Laempen mit der Alten, aber leider kann
    da die rettende Hand auch nichts
    machen.
    • Meier  Ernst aus Erde
      09.09.2016
      Wenn so nur eine Person gerettet werden kann... Warum nicht? Reden kann helfen. Die wenigsten können sich vermutlich vorstellen, wie sich ein solcher Suizid für den betroffenen Lokführer auswirkt, oder für die, welche eine Person unter dem Zug bergen müssen. Und ja, es kostet mindestens auch jedesmal Zeit für alle Beteiligten. So eine Kampagne mag erst Geld kosten, wenn sie aber Suizide verhindern kann wird viel menschliches Leid erspart.